Ballast

Start: 73 - 60 , 59 , 58 , 57 , 56 , 55 , 54 , 53 , 52 , 51 , 50 , 49 , 48 , 47 , 46 , 45 , 44 , 43 , 42, 41 ,(40) , 39 , 38,37,36, 35 - 1,66 cm

Sonntag, 24. Februar 2013

Der Traum vom Leben

Wie ein Traum, ist es jedes Mal, wenn ich doch wieder auf diesen Blog gehe,
wie ein Traum, wenn ich zurückdenke an all das, was mir zwei Jahre meines Lebens genommen hat,
das, was mich fast hätte sterben lassen, was mir wie eine Lösung vorkam, und doch nur eine Flucht war.
Ein Albtraum.

Es wäre übertrieben zu sagen, es ginge mir gut, es wäre übertrieben zu sagen ich wäre gesund,
oder glücklich.
Aber es geht mir besser. Alles ist besser, als nur noch ein Haufen Knochen zu sein, der nicht in der Lage ist Treppen zu steigen, sein Leben zu spüren, oder einfach nur daran teilzunehmen.
Einmal, als ich in meinem Bett lag und nicht aufstehen konnte, dachte ich müsste sterben, habe ich nur gedacht:
"Unglaublich, wie sich ein so leichter Körper, so schwer anfühlen kann."

Es tut weh, all das zu lesen, was ich erlebt habe und ihr gluabt nicht wie kurz avor ich war, all das hier zu löschen, die Reise abzubrechen und einfach nur zu vergessen.
Aber ich kann nicht. All das, was hier steht gehört zu meinem Leben, ich kann es nicht einfach ausradieren, mit einem Klick entfernen.
Die Reise ist noch nicht zu Ende.
 Aber sie geht in eine andere Richtung.

Ich möchte diesen Blog nicht mehr führen, nichts mehr schreiben. Nichts.
Aber ich will euch alle etwas fragen, euch, die ihr vor euren Rechnern sitzt und denkt, ihr würdet perfekt sein, wenn nichts mehr von euch übrig ist, ihr könntet fliegen, wenn ihr nur dünn genug wäret, ihr könntet euch kontrollieren...

Wo werdet ihr ankommen? 
Was wollt ihr wirklich erreichen? 
Denkt an euer Leben, nicht jetzt vielleicht, aber in zehn Jahren, denkt darn was ihr haben könntet, wie glücklich ihr sein könntet. Niemand wird euch für eure Knochen bewundern, niemand wird euch dafür lieben wie dünn ihr seid, oder wie leicht ihr von nichts leben könnt.
Kein Kind wird in euren dünnen Körpern heranwachsen, kein Mann wird hingerissen sein, von euren ausgefallenen Haaren, euren schlechten Zähnen oder von euren porösen Knochen.
Diese Krankheit lässt euch nicht fliegen, sie lässt euch sterben, nicht nur euren Körper, sondern EUCH. Wann habt ihr das Letzte Mal etwas nur für euch getan?
 Weil ihr euch liebt, weil ihr es euch wert seid?
Ich kann mich auch nicht mehr erinnern. Wie traurig.
Ich sage euch: Im Grab seid ihr dem fliegen auch nicht näher.

Wer kontrolliert wen? Kontrolliert ihr euren Körper, oder kontrolliert er euch? Habt ihr euch unter Kontrolle, oder ist es doch die Krankheit? Könnt ihr kontrollieren, ob ihr krank seid, oder ist es euch außer Kontrolle geraten?

Ich weiß, wie es sich anfühlt, dieses hungern, leiden, dünner werden. Es wird zum Lebensinhalt, zum Ziel, das man täglich erreichen kann, wenn es nichts anderes im Leben gibt...
Ich weiß wie es ist, wenn es einem alle sagen, aber man es doch nie versteht, nicht verstehen will, nicht kann, aber ollt ihr wirklich bis an euren Grenzen gehen um es endlich einzusehen? Wollt ihr wirklich nach dem Tod greifen und erst im letzten Moment merken, dass das Leben so viel süßer ist?

Wie oft habe ich Augen und Ohren vor der Wahrheit verschlossen? Geliebten Menschen vor den Kopf gestoßen, bin in vollem Bewusstsein in mein Unglück gelaufen...?
Lasst es euch nicht von Menschen sagen, die nicht wissen, wie es sich anfühlt, nicht von eurer Familie, die euch liebt und schätzt, die euch niemals verlieren würde, nicht von der Stimme der Vernunft in euch, die weiß, das ihr ins Verderben rennt, aber vielleicht von mir.

Ich kämpfe. Immernoch. Und es wäre eine Lüge zu behaupten ich wäre schon am Ziel.
Aber ich habe mein Ziel geändert und dafür ist es nie zu spät.


Was stört am Blog?