Ballast

Start: 73 - 60 , 59 , 58 , 57 , 56 , 55 , 54 , 53 , 52 , 51 , 50 , 49 , 48 , 47 , 46 , 45 , 44 , 43 , 42, 41 ,(40) , 39 , 38,37,36, 35 - 1,66 cm

Samstag, 30. Juni 2012

Hoffnung

Mein Tag startete wunderschön.
               Mit Sonnenschein. 
                      Mit einem Tee.



                             Mit einem Frühstück im Garten.








 Er ging wunderschön weiter.
         Mit einer 38. 5 auf der Waage.
              Mit einem Bummel durch die Stadt.   
                   Mit ein paar Einkäufen.
                

Mit einem umgeräumten Zimmer

Mit einem unbeschwerten Kopf

Mit Hoffnung. Mit einem schönen Tag.

Mit einem außerplanmäßigen Süppchen, einfach weil ich Hunger drauf hatte.

                                                           Mit einer entspannten Atmosphäre.
Und ich bin fest davon überzeugt, den tag auch schön enden zu lassen.
Mit einem Abend vor dem Fernsehr, einem Apfel Johannisbeertee.
Mit ein bisschen guten Laune und dem Gefühl gesund werden zu können.  

Liebe Grüße :*

Freitag, 29. Juni 2012

Sonnenschein

Hallo meine inzwischen über 100 Sonnenscheinchen!

Ich habe nachgedacht und entschieden, dass es nicht das Geringste bringt in Selbstmitleid und Depressionen zu versinken und alle mit traurigen Posts zu vergraulen, davon gibt es schon genug!
Es gibt hier so viele Mädchen, denen es geht wie mir, die hoffnungslos sind und denen es schlecht geht und es ist nicht fair, wenn ich auch noch so viele andere mit meinen Sorgen belaste, obwohl es mir gut gehen sollte.

Das makabere ist,wirklich jedem Mädchen immer wieder versuche aufmunternde Worte zu schreiben und es selbst anscheinend doch so nötig habe, welche zu bekommen und dafür nochmal danke, ihr seid so lieb und es ist so heilsam all diese aufmunternden Kommentare zu lesen, obwohl sie von Mädchen kommen, die ich gar nicht wirklich kenne!
Ich habe darüber nachgedacht, wie schön mein Leben doch eigentlich ist, ich meine klar, die Zeit gerade ist schwer, aber ich kann nicht sagen, dass meine Essstörung nur negative Seiten hat.
Sie hat mich ein Stück weit auch weitergebracht.

Ich bin offener geworden, habe gelernt über meine Probleme zu reden, habe gelernt mit meiner Familie zu reden und ihnen zu vertrauen.
Ich habe gelernt, wie wichtig es ist Menchen zu haben, die einen stützen, und dass man auch Menschen braucht, die einen in den Arm nehmen. Man kann nicht alles selbst bewältigen. Es ist manchmal einfach das Beste Hilfe anzunhemen und sich fallen zu lassen.
Die Beziehung zu meinem Vater hat sich verbessert.
Niemals vorher hat er mir gesagt: Ich hab dich lieb und er hat mir auch nie, nie, niemals vorher freiwillig eine SMS geschrieben!
Ich habe gelernt, die schönen Seiten des Lebens, wie jetzt gerade. im Garten, mit meiner Mutter, mit der Sonne im Nacken und den Vögeln in den Ohren, zu schätzen zu wissen.
Das Leben bietet mir mehr, als Trauer und Schwäche.

Ich habe eine Krankheit, ja.
Das hat mir gezeigt, dass ich mein Leben auskosten sollte.
Ich muss es jetzt beginnen, denn wann sonst? Es kann so schnell vorbei sein.
Und das wäre verdammt schade!
Und letzendlich hat es mir gezeigt wie wichtig ich den Menschen um mich herum bin!
Ja wirklich!
Seit es so öffentlich ist, dass ich in eine Klinik kommen werde gehen die Menschen auf mich zu, sie reden mit mir und plötzlich pfege ich Kontakte, die ich vorher lange vernachlässigt habe.
Gestern kam meine Patentante aus der alten Heimat vorbei, in Tränen aufgelöst!
Meine andere Patentante ruft mich ständig an, unternimmt etwas mit mir, holt mich raus und versucht mir meine drei Wochen zu Hause so schön wie möglich zu machen.
Nächste Woche fahre ich mit meiner Mutter zu einer sehr guten Freundin von uns in die alte Heimat und vor einigen Tagen habe ich mit meiner Oma etwas unternommen.
Meine Tante aus Dortmund schaut bald mal vorbei.
Mein Patenonkel meldet sich.
Und sie arbeiten alle kraftig an meinem Prijekt "Zimmer".
Ich habe ja entscheiden es komplett umzubauen und neu zu gestalten. Ihr wisst nicht wie vielGeld alle schon für DekoArtikel, Möbel und andere Dinge ausgegeben haben, wie viel ich schon geräumt und geschuftet habe und wie sehr ich mich darüber freue!
Nächste Woche gehen meine Patentante und ich zu Ikea einen Teppich kaufen, eine neue Kommode und ganz viel anderen Krams habe ich schon.
Das Einzige, was mich stört: Sobald mein Zimmer fertig ist, muss ich es schon wieder verlassen, denn das ist die zweite große Nachricht des Tages (zur Erinnerung, die erste ist: Mein Leben ist schön!)
Die Klinik hat sich gemeldet. Ich werde Ende Juli aufgenommen.

Irgendwie auch ein Sonnenstrahl, oder nicht?

Donnerstag, 28. Juni 2012

Dummheit

Ich bin so dumm.

Es ist einfach nur
 Dummheit, wie ich immer wieder etwas tue was ich bereue.
Dummheit, dass ich es nicht bei diesen 400 kcal belasse, sondern übermütig noch weiteres in mich reinstopfe.
Dummheit, weil ich weiß, dass es mich nicht glücklich macht zu essen und ich es trotzdem immer wieder tue.
Dummheit, dass ich mich heute dafür hasse.
Dummheit, die mich dazu bringt meinen mageren Körper schön zu finden.
Dummheit, dass ich sofort denke, wie viel ich von gestern wohl zugenommen habe und Dummheit, dass es mir dermaßen meinen Tag versauen wird. Die nächsten Tage. 

Ich hasse mich gerade so dermaßen für meine Dummheit, dass es beinahe körperlich wehtut.
Am liebsten würde ich den ganzen Tag gestern rückgängig machen.
Es war der erste Fressanfall seit Wochen. Seit so vielen Wochen und ich habe das Gefühl so unendlich fett zu sein. So fett, wie viel habe ich zugenommen?Wie viel?Alles umsonst. All die Arbeit von Wochen. So fett. So fett So fett
So eine Schwäche. 3000 kcal waren es schon wohl.  So unnötig.

Ich packe es wochenlang nicht über 50 kcal zu essen, ekele mich vor dem Essen und dann sowas. 
Wie soll man mich und meine Probleme denn ernstnehmen können? Wie kann ich ernsthaft verlangen in eine Klinik gehen zu wollen, wenn ich doch anscheinend essen kann.
ich bin so wiederwärtig, so abartig, so nutzlos, dass es wehtut und am liebsten würde ich verschwinden.
Ich hab all diesen lieben Menschen um mich herum nicht verdient, dieses Mitgefühl, diese Zuwendung, Zuneigung und Aufmerksamkeit.
Ich habe nicht verdient, dass sie sich um mich Sorgen. Habe nicht verdient, dass sie sich so um mich bemühen.
Gar nichts.
Sie sollten mich für meine Dummheit so hassen wie ich es gerade tue. 
So dumm.

Mittwoch, 27. Juni 2012

Versagt.Gewonnen

Vielleicht wird es doch zur Gewohnheit am Morgen zu posten.

Das wiegen gestern war anstrengend. 40.5
Die Ärzte waren zufrieden. Ich wusste, dass es geschummelt war.
Ich weiß nicht wieso, aber ich war trotzdem geschockt. 40.5? So viel? Ich weiß, dass der Gedankengang dumm ist, zumal ich ja weiß, was ich alles getrunken habe und mir umgehängt habe, es hat mich dennoch deprimiert.
Also hab ich die Waage meiner Mutter gesucht und mich heute morgen draufgestellt.
38.4 - puh.
Aber dann war da diese Stimme. Dummes Mädchen. Freu dich nicht. Dummes Mädchen. Das ist dein Tod. Dummes Mädchen. Iss endlich was.
Und wisst ihr, was ich eben, vor einer halben Stunde getan habe? Ich habe nachgegeben.
Habe meine Schwelle übersprungen und richtig gefrühstückt. Kein FA. Einfach nur richtig gefrühstückt.

Und zwar:
150 gr. Magerquark von Exquisa (70 kcal)
50 gr    Magerjoghurt                    (50 kcal)
Kölln Instant Haferflocken           (200 kcal)
Kleingeschnittene Erdbeeren        (50 kcal)

Insgesamt also ein Frühstück von 400 kcal. Und es war so lecker. Trotzdem fühle ich mich übel. Mein Magen ist zu klein für diese Mengen. Werde ich zunhemen? Ich hab so Angst.

Ich werde nicht kotzen. Ih werde nicht kotzen. Ich werde nicht kotzen. Ich werde nicht kotzen.
Ich werde nicht kotzen. Ih werde nicht kotzen. Ich werde nicht kotzen. Ich werde nicht kotzen.
Ich werde nicht kotzen. Ih werde nicht kotzen. Ich werde nicht kotzen. Ich werde nicht kotzen.

Wie kann essen so sehr Angst machen?
Wie kann es mich so aus der Bahn werfen? Oh man. Mein schlechtes Gewissen reicht von hier bis nach Nordamerika. Aber ich werde es aushalten! Was sind schon 400 kcal? Das ist mehr als du die letzten 8 Tage insgesamt gegessen hast.
Ich könnte weinen, ich spüre es in meinem Magen, ganz deutlich. Wie es sich ausbreitet. Seine Zähne in meinen MAGEN rammt. Sich in mich frisst, mich von innen auffrisst und dick.dick.dick macht. Könnt ihr es schon sehen? Da! An meinem Bein, war der Speck eben schon da?

Du isst morgen einfach nichts. Und übermorgen. Und nie mehr. Das hast du nun davon. Du hast versagt. Seit Wochen diese Disziplin und jetzt hast du versagt. Versagerin. VErsagerin. Versagerin.
Ich werd verrückt. Es war so viel.
ich fühle mich, als würde ich in einem Loch versinken und würde mir jede einzelne Kalorie am liebsten wieder abkratzen. Aber es geht nicht.
Meine Mama sitzt bei mir. Ich habe sie darum gebeten. Ich will nicht kotzen können. Ich will normal sein...
Ich brauche Ablenkung. Wir fahren gleich zu Stilbruch. Einem ganz tollen Möbelgeschäft. Ich muss auf andere Gedanken kommen. Weg mit den bösen Geistern.

_________________________________________________________________________________

Und noch zwei anderen Sachen.
Wir haben etwas zu feiern. 100 Leser! Danke, Danke, Danke!
Ihr seid die besten un ich freu mich wie ein Schneekönig! 100 Leute verfolgen mich und mein Leben schon und es werden immer mehr! Danke euch allen, ich liebe euch :*

Und 2: Ich mach bei einer Blogvorstellung von mein Leben mein Körper und meine Entscheidung! Guckt doch mal vorbei!

Dienstag, 26. Juni 2012

Zwischenbilanz

Ganz untypisch für mich werde ich schonmal heute Morgen etwas posten:

1. Es geht mir immernoch gut.
2. Meine Mutter wollte mich gestern spontan in ein Krankenhaus einweisen, was ich ihr ausreden konnte. Sie hat sich damit begnügt, dass ich auf Papas Seite des Doppelbetts schlafe.
3. Das werde ich nie wieder tun *hust* Sie schnarcht schlimmer als eine Cartoonfigur *hust*
       --> Aber wirklich richtig penetrant und unregelmäßig. Schrecklich.
4. Gleich gehts zum Arzt, zum wiegen. Ich werde meine schwersten Goldketten und meine Blievorräte auspacken und sie mir an alle Hohlräume meines Körpers kleben. Werde Soviel trinken, bis ich platze und ich werde die 60er Grenze überschreiten. Ich werde gesund aus der Praxis gehen und wahrscheinlich umkippen, weil der ganze Kram zu schwer für mich ist.
Nochmal mach ich den Fehler von letzem Mal nicht.
5. Ich sollte mich verdammt beeilen. Im moment seh ich aus wie ein Albino-Kaninchen auf Drogen (blutunterlaufene Augen und der ganze Shit) Jetzt muss erstmal gekittet werden Soweit das möglich ist.

Wünsche euch einen wunderschönen Tag meine Allerliebsten Leser und heute Abend wird ausführlich gepostet!

Liebe, Liebe, Liebe für die Welt!

Eure Hanna

Montag, 25. Juni 2012

Schwerelos

Ich bekomme keine Luft mehr.
Habe diesen Druck auf meiner Brust.
Das Atmen fällt mir schwer
.
Ich spüre, dass etwas nicht stimmt. Irgendwas ist nicht okay.
Ich ringe nach Luft und frage mich, ob es sich jemals zuvor so angefühlt hat.
So schwer.
Das Leben sollte leichter sein.

Ich sollte mich nicht fühlen wie eine alte Frau, sollte mich nicht irgendwo festhalten müssen, wenn ich versuche aus dem Auto zu steigen, weil ich Angst habe umzukippen.
Sollte nicht Mühe haben Treppen zu steigen.
Sollte keine Angst haben sie nicht bewältigen zu können.
Sollte mich nicht vor dem Essen fürchten.
Ich sollte keine Angst vor dem einschlafen haben.
Sollte keine Angst davor haben am nächsten tag aufstehen zu müssen.

Hat es sich schon jemals so angefühlt? So schwer?

Früher meine ich, als alles normal war. Ich habe es schon vergessen.
Ein merkwürdiges Gefühl. Ich kann mich nicht mehr so recht an die Zeit ohne Schwindel erinnern. Ohne Beschwerden.
Im Moment ist es besonders schlimm. Hinter all diesen Beschäftigungen, all diesen Ablenkungen, Projekten und dieser vorgekaukelten Kraft spüre ich meinen Körper deutlicher denn je.
Morgen habe ich wieder einen Termin beim Arzt. Er ist mir ehrlich gesagt ein wenig gleich.
Ich habe keine Angst vor meinem Gewicht. Es ist zu gering um sich darüber aufzuregen. Wie viel wird es schon sein?
38 Kilo? BMI 13,7?
Na und? Was kann mir das jetzt noch tun? Wie viel kaputter kann ich jetzt noch gehen?
Ich habe keine Angst mehr.
Nur noch davor hinzufallen und nicht mehr aufstehen zu können.
Nur noch davor im Bett zu liegen und nicht mehr aufzuwachen.
Nur noch davor, endgültig aufgeben zu müssen.
Nur noch vor der Zukunft.
Mehr denn je.

Sonntag, 24. Juni 2012

Wettlauf

Hallo liebe Blogger und Bloggerinnen, ich hoffe es geht euch allen gut und ihr genießt den Regen da draußen!
Heute war wieder ein tag, den ich mit einem Daumen nach oben bewerten würde (soweit das in meiner Verfassung geht) Ich habe erstmal eiskalt bis 11 Uhr geschlafen, was wirklich selten vorkommt, und auch den restichen tag eher vertrödelt. 
Es ist nass und kalt draußen und ich seh nicht ein, weshalb ich auch nur einen meiner Prinzessinenfüße nach draußen setzen sollte ;)
Stattdessen habe ich mich anderem gewidmet. Zum Beispiel meinen Blog aktualisiert und bearbeitet.
Mein Zimmer weiter ausgemistet und an meinem Kreativbuch gearbeitet, das ich übrigens für euch fotografiert habe.
Es sind keine Kunstwerke, also die Bilder. Aber ich hatte einfach nict den Nerv dazu jetzt auch noch ein riesiges Projekt aus den Fotos zu machen. verzeiht ^^

Es ist einmal die Vorderseite (am Rand kann man den eingenähten Reißverschluss erkennen) und die zweite Seite des Buches, die sozusagen eine Einleitung ist. Heute Abend folgen noch Inhaltsverzeichnis und vielleicht schon die ein paar Texte, mal sehen wie motiviert ich noch bin etwas zutun.

Ansonsten hab ich ein bisschen in der Küche gewerkelt und mir Rezepte ausgedacht, die ich natürlich immer wieder gerne mit euch teile. 

Die Tage sind merkwürdig im Moment.
Einerseits lebe ich wie in einer Seifenblase. Ein bisschen unwirklich, abgeschirmt und teilweise geborgen. Fühle mich glücklich und geliebter als in anderen Phasen meiner Essstörung.
Aber andererseits gibt es diese Momente in denen ich mich irgendwo anlehnen mus und die Augen schließe, weil mich alles so anstrengt. Ist es nicht irgendwie nur eine Farce? Ich bin kreativ und geschäftig wie lange nicht mehr, aber das liegt vorallem daran, dass ich mir keine Gedanken um mein Essen zu machen brauche. Ich habe keinen Hunger, also habe ich lange Zeit für andere Dinge.
Ich bekomme im Moment die größte Zuneigung und Aufmerksamkeit meiner Mutter, aber eigentlich kann ich sie nur enttäuschen. 
ich habe wieder heute so wenig gegessen und es schwächt mich. Auch wenn ich es mir nicht eingestehen will. Nicht eingestehen KANN, ich werde immer weniger. Aber selbst wenn ich es hier schreibe, habe ich das gefühl von Gleichgültigkeit. Es ist nicht gesund und ich weiß nicht wie lange es dauert, bis mein Körper seinen geist aufgibt.
ich versuche etwas zu essen. Aber mein Kopf schüttelt sich von alleine.
Solange er läuft. ich bin so dumm. Niemand überlebt lange mit 50-100 kalorien am Tag.
Und doch scheine ich das Unmögliche zu versuchen.

Ich mache mir viele Gedanken um die Klinik. So viele Sorgen, wie es sein wird, wie viel ich zunehmen muss, werde, was es zu essen gibt, was ich essen muss, was ich essen kann, was ich mir erlaube, was mir erlaubt wird, wie es wird und was ich bis dahin mit mir tun soll, was ich tun kann, was ich wil, was ich darf.
Und zu guter Letzt Frage ich mich wie lange es auert, bis ich aufgenommen werde, denn es entwickelt sich immer mehr zu einem Wettlauf, ein Wettlauf von mir gegen meinen eigenen Körper.

Hanna


Samstag, 23. Juni 2012

Ich liebe diese tage

Der tag war richtig schön! Zuerst ein wenig traurig, da meine Familie nach Frankreich gefahren ist, aber ich werde es überleben. Den ganzen Tag hab ich mich irgendwie abgelenkt.
Zunächst mit meinem Kreativbuch, schließlich mit meiner Patentante und einem ausgiebigen Bummel durch die Passage. Wir haben einen superschönen Bastelladen gefunden, der Ausverkauf gemacht hat und den ich einfach mal spontan leergekauft hab. 
Ich bin jetzt stolze Besitzerin von mengen an Vintage Stoff, hochwertigem Papier, Stickern, Kleber, Stiften, Bändern und allem was man braucht, beziehungsweise was man denkt irgendwann mal zu brauchen.
Und es macht mich so glücklich!

Später sind meine Patentante und ich in ein Café gegangen. ich habe einen tee und sie einen Milchkaffee getrunken. Wir haben viel geredet, über meine Essstörung, über mich. Sie war wirklich lieb und verständnisvoll und ich merke mal wieder wie froh ich sein kann so eine tolle Familie und verwandtschaft zu haben. 
Das Nagelstudio war okay. Mich wundert immer, dass diese kleinen Japanerinnen nicht mit irgendwelchen Mutationen rumlaufen, nach all der Chemie, der sie dort ausgesetzt sind. ich jedenfalls komme mir immer völlig benebelt vor, nachdem ich dort war. meine Nägel leuchten jetzt jedenfalls in einem wunderschönen Blau.
Für meine Mutter war ich am Ende noch in einer Chocolaterie. ich hab ihr Pralinen gekauft. Sie gibt sich so viel Mühe im Moment mit mir, dass sie es einfach mal verdient hat. Morgen werd ich sie ihr geben und ich hoffe sie freut sich! Die Pralinen nennen sich "Sorgenblocker", ich dachte das passt :)

Jetzt bin ich ein bisschen erschöpft. wie immer.
ich sollte mich nicht so viel anstrengen, aber ich kann nicht anders. Gleich werde ich noch weiter mein zimmer aufräumen.
Heute Morgen habe ich mal meine Maße genommen.
Sie betragen:
Oberweite:      72cm
Taille:              55cm
Hüfte:              75cm
Handgelenk:    13cm
Oberarm:        19cm
Oberschenkel: 37cm

Denkt davon was ihr wollt.

Achja und eine letzte Sache noch um diesen unvollkommenen Post abzurunden:
Ich habe das Lebensmittel schlechthin gefunden und zwaaaaar:
Dosenobst von natreen!
Es gibt viele verschiedene Sorten mit super wenig Kalorien. ich selbst habe zum Mittag ein halbes Glas Erdbeeren (14 kcal/100 gr) gegessen.
Sie sehen widerlich aus, schmecken aber supi und ihr könnt sie auch im Saft lassen, der ist sehr süß, aber mir gefällts.
Ich werd die auf jeden Fall noch weiterhin kaufen und vielleicht trau ich mich ja auch bald an die etwas kalorienreicheren Sorten ran :)

Liebe Grüße und viele Herzchen,
 Hanna


Freitag, 22. Juni 2012

Alles glänzt- so schön neu

Morgen gehts los!- Also für alle anderen, nur für mich nicht. 
La France pour chaque personne!

Aber wenn ich es mir recht überlege, dann ist es okay für mich zu Hause zu blieben. Es ist das Beste.
 Für meine Gesundheit.
Der Urlaub wäre unnötiger Stress gewesen, zu viel für mich glaube ich. Drei Wochen in einem anderen land, weitab von allem, was ich brauche. Irgendwie klingt es traurig, aber ich brauche im Moment ein bisschen Sicherheit. Ich fühl mich nicht stabil genug. Irgendwie zerbrechlich und unsicher.
Und andererseits voller Energie. Diese drei Wochen zu Hause eröffnen mir so viel!
Ich bin gerade dabei wieder ein bisschen aufzublühen und hab den Drang etwas zutun.
Mehrere Projekte habe ich schon gestartet.
Da ist zum einen mein Kreativbuch. Ich habe ein Blankoskizzenbuch mit Stoff bespannt und gebunden, einen Reißverschluss eingebaut und angefangen zu bekleben. Dieses Buch wird in den nächsten Monaten mein Begleiter sein. Ich strotze vor Ideen und Lust es zu gestalten, mit Leben zu füllen und zu bearbeiten. 
Ich werde bald ein Foto davon machen und es euch zeigen. Aber zuerst muss ich meine Kamera aufladen.
Mein zweites Projekt nennt sich Projekt Zimmer.
Ich bin ein sehr chaotischer Mensch und langsam bin ich wirklich nicht mehr zufrieden. Ich fühl mich nicht mehr wohl in meinem Zimmer voller krims Krams und Kleinscheiß. Sachen die ich mal aufbewahrt und vergessen hab. Alte Schulsachen und Zeitschriften.
Das kommt alles raus. Ich ordne mein Leben neu und habe bereits angefangen.
Bald komme ich in die Klinik und werde eine neue Schule besuchen, ich werde die drei Wochen dazu nutzen mein Zimmer und mich selbst neu zu erfinden und umzukrempeln. 
Langeweile? Niemals.
Warum sollte meine Essstörung mir die drei Wochen versauen? Das lasse ich nicht zu!

Ich glaube ich schaffe es mich die drei Wochen auch ohne einen Urlaub zu beschäftigen.
Morgen zum Beispiel treffe ich mich mit meiner Patentante. Sie weiß von meiner Essstörung. So wie alle anderen inzwischen auch. Alle erkundigen sich um mich und machen sich Sorgen. Einerseits nervig, andererseits rührend.
Aber das ist eine andere Geschichte.
Ich und meine patentante werden in Nagelstudio gehen. Nichts anstrengendes. Bloß die kleine Hanna schonen und danach vielleicht in ein Kaffee etwas trinken. Sie isst wahrscheinlich ein Stück Kuchen.
 Ich nicht.
Ich habe ein bisschen Angst vor Morgen. Sie hat mich lange nicht gesehen. Es ist 12 Kilo her und ich befürchte ihre Reaktion. Wie soll ich mich präsentieren? Normal? Als sei nichts? 
Was wird sie tun, wenn sie sieht, dass ihr kleines Mädchen zum Skelett geworden ist?
Ich habe Angst. Mal wieder...
Und das ist so Schade. ich habe Angst all die Menschen, die ich so gut kenne wiederzusehen, aus Angst wie sie auf mich reagieren. 
So sollte es nicht sein, aber ich kann es nicht ändern.
Ich versuche positiv zu bleiben. gehe früh schlafen. Schminke mich schön. Ruhe mich aus.
Das wird schon. ich bin mutig und wenn ich es schaffe 34 Kilo abzunhemen, warum sollte ich es dann nicht schaffen erhobenen Hauptes vor meine Liebsten zu treten?

Hanna



Donnerstag, 21. Juni 2012

Federleicht

Ich habe das Gefühl als würde ich schweben können.
Ganz leicht.
Meine Arme sind wie Flügel.
Doch Federn brauchen sie nicht .
Mein Kopf ist in den Wolken.
Wie Watte fühlt er sich an. 
Benommenheit.
Augen geschlossen. Nur mein Atmen.
Es fühlt sich gut an.
Diese leere.
Ich stelle mich auf Zehenspitzen.
...und hebe ab. 




Kennt ihr diese Tage, die einfach an euch vorbeigehen?
 Sie ziehen nur so dahin und die Stunden vergehen wie im Traum. So komme ich mir gerade vor. Da ist eine leere in mir, ich weiß nicht woher sie kommt. Es fühlt sich nicht schlecht an, nur merkwürdig. 
Es ist wie Schlafwandeln und wenn ich aufwache...was wird dann sein? Bin ich normal? Ist die Zeit zurückgedreht?
Mein Körper fühlt sich an wie ferngesteuert, es ist komisch, dieses kribbelige Gefühl. Alles ist zu schnell für mich, oder ich bin einfach zu langsam. Wie auf Drogen. Aber ohne Abhängigkeit.
Kennt ihr diese tage, wenn ihr wie in einem Vakuum wandelt? Ich hab das Gefühl ich könnte einen Salto machen, auch wenn ich keine Kraft dazu habe. Ich würde nicht auf dem Boden wieder ankommen. ich glaube ich würde anfangen zu schweben.

Ca c'est une photo courante! Ce sont mes jambes.
Und langsam glaube ich echt an Drogen. Seit wann lasse ich mich frewillig zu schlechtem Französisch herab? Egal. Ich möchte nicht, dass irgendwer etwas schreibt wie: Deine Beine sind so schööööön! Denn sie sind zu dünn. Ich bin zu dünn und will nicht getriggert werden. Danke Cheriès!

Mittwoch, 20. Juni 2012

Klinik am Korso




Meine Eltern drehen am Rad und ich dreh durch.

Mein Tag heute:
-Abschied aus der Schule
-Termin bei der Klinik am Korso
-Familiendrama mit allem drum und dran.

Der Abschied aus der Klasse war relativ unspektakulär. Es ist nicht viel passiert, wir haben ein paar obligatorische Tränchen vergossen und gut war, meine Muffins kamen super an und ich denke für die Mühe die sie mich gekostet haben war das jawohl auch das Mindeste.

Um 11:30 fuhren wir auch schon zu der Klinik am Korso.
Der erste Eindruck war Recht gut, die Klinik kommt mir sehr klein vor, aber die Leute waren nett und die Regeln sind annehmbar. Am meisten stört mich das Handy und Laptopverbot, aber daran werde ich mich wohl gewöhnen müssen. Bad Oyenhausen, wo die Klinik liegt ist ganz nett und sympathisch, ich denke ich werde mich dort wohlfühlen. Sechs Wochen sind die Mindestaufenthaltsdauer, mal sehen wie lange sie mich dabehalten werden.
Insgesamt gibt es zwanzig Jugendliche auf den Stationen und nochmal 70 Erwachsene. Auch das finde ich schade, ich hatte mir mehr Kontakt zu Gleichaltrigen gewünscht, aber vielleicht ist es ein Vorteil, wenn man privater betreut wird, sobald ich mehr über die Therapien weiß, werde ich es natürlich posten.
Positiv habe ich herausgehört, dass das Essen in der Klinik sehr locker gesehen wird, man bekommt als Jugendlicher einen vorbereiteten teller, wird aber nicht gezwungen diesen aufzuessen, wie es in anderen Kliniken ist. Ich habe also Zeit mich zu gewöhnen.
Es wird striktes Kaugummi und Süßstoffverbot herrschen, aber bestimmt finde ich eine Möglichkeit ein wenig zu schummeln. Genauso mit meinem Eingangsgewicht.
Das ist nämlich ein kleines Problem. Auf dem Anmeldeformular habe ich unterschrieben, dass sie mich nicht mit einem Gewicht unter 38 Kilo annehmen werden.
Die Wartezeit beträgt ca. 3-4 Wochen. Ich habe keinen Schimmer, wie ich mein gewicht in dieser Zeit effektiv halten soll, aber fleißig gerechnet habe ich: Wenn ich jede Woche 1 Kilo abnheme hab ich bis zum tatsächlichen Start vielleicht ein Gewicht von 35 Kg. Mit zwei Liter Wasser kann ich noch zwei Kilo draufschummeln und wenn ich 37 wiegen drücken sie ja vielleicht noch ein Auge zu und...ach Schwamm drüber. Darüber mach ich mir Gedanken, wenn es soweit ist.
 Oder sein wird.

Als erstes musste ich zu einer Voruntersuchung. Nichts besonderes für mich in letzter Zeit. Messen wiegen, ein paar Floskeln. Wie immer.
Mein Gewicht beim wiegen war: 38.8 - also nochmal weniger als gestern.Wie schaffe ich das nur?
Danach stand ein Gespräch mit einer Therapeutin, die mir Fragen stellte, sehr jung, sehr sympathisch. Sehr freundlich. Es war nett und ich glaube mit ihr kann ich gut arbeiten und mich auf sie einlassen. Ich schaff das.
Danach kam mein vater noch dazu, die nette Therapeutin erklärte einige Dinge und führte mich nocheinmal übers Gelände.

Ich bin erleichtert mich dort jetzt angemeldet zu ahben, aber gleichzeitig sorgenvoll und ängstlich. Wie wird die Klinik sein? Ist es tatsächlich die Richtige?
Also die Richtige für mich? Soll ich nicht doch lieber nochmal eine Andere probieren?
Das würde Zeit kosten, Zeit die ich nicht habe...ich weiß nicht weiter.

Zu Hause drehten meine Eltern erstmal am Rad. Mein Gewicht...
DU MUSST ES HALTEN!
Ja wie denn?
DU BRAUCHST EINEN PLAN!
Hätte ich einen würde ich nicht da stehen wo ich es tue!
DU MUSST ETWAS ÄNDERN!
Ja ach ne!Ich weiß es doch, ich weiß es doch, aber wie denn, wenn ich es von mir aus könnte, dann würde ich es tun, ich geb mir doch Mühe, ich...
DU MUSST ESSEN!

JA WIE DENN?

Sie machen sich so Sorgen, haben im Moment so viel mit dem Urlaub zutun, mit allem zutun, mit MIR zutun.
Aber ich kann es nunmal nicht ändern. Ich werde mein Bestes tun und wenn es nicht reicht, dann eben nicht.
Morgen fahre ich nochmal zur Ärztin. Meine Eltern wollen es so und wenn es sie beruhigt...nunja.

ich kann gerade meine Gedanken nicht ordnen, es ist so schwer sich zu konzentrieren, aber ich denke, ich werde jetzt erstmal ein bisschen im Internet nach anderen Kliniken recherchieren.
Morgen sehen wir weiter.
Ich bin dem ganzen so müde. Aber ich schaff das schon.


P.S das epische, was ihr da überall zwischendurch seht sind meine Muffins :D

Dienstag, 19. Juni 2012

Das wars

Das wars. Aus und vorbei.
Variante 2 ist es geworden.
39.5 mit Klamotten sind es geworden und sie haben mir verdammt nochmal Frankreich gestrichen! ich darf nicht mit und bin so unglücklich, dass ich heulen könnte! 
Erst wollte meine gesamte Familie nicht fahren, jetzt bliebe ich alleine mit meiner Mutter zu Hause.
Am liebsten wäre es mir gewesen, wenn sie mich einfach in irgendeinem Krankenhaus abgesetzt hätten und alleine gefahren wären - Alle. Aber dazu ließen sie sich beim betsen Willen nicht überreden.
Mein Puls ist zu schwach. Meine Blutwerte für die Tonne. Mein Elektrolytenhaushalt geschädigt und mein herzmuskel geschwächt.
Ich hasse diese krankheit für alles, was sie mir angetan hat. Hasse sie dafür, was sie mir alles kaputt macht, was sie mir antut, was sie meinem Umfeld antut. Ich hasse es, ich hasse es.
Ich habe einen Notfalltermin für die Klinik am Korso bekommen, morgen um 13 haben wir einen Vorstellungstermin und ich hoffe, das ich schnell einen Platz kriege.
Ich halte das alles nicht mehr aus.
Ich weiß, dass ich zunehmen muss. Aber ich schaff es nicht.
Ich bin mit den besten Vorsätzen heute zu Edeka reinmarschiert. Wollte wirklich etwas kaufen, was ich mag.
Am Ende kam ich mit einer Packung Haferflocken und einem Quark wieder raus. Keine Ahnung, ob ich es auch essen werde.
Meine Ernährung heute war folgendermaßen (jaja, ich wollte nicht mehr über Essen schreiben, aber sie war wirklich außergewöhnlich!)
30 Kaugummis
7 Kirschen
1/2 Haferkeks
1 kleiner Finger meine Cupcakecreme
und natürlich Götterspeise.

Keine Ahnung wie viele Kalorien das waren, aber sicherlich nicht über 300.
Viel zu wenig, aber ich bin gerade nicht in der Lage mehr zu essen. Selbst obwohl ich weiß, dass ich es müsste.

Die Cupcakes sind toll geworden, ich werde Morgen Bilder machen, da ist das Licht schöner, leider hat es nicht so viel Spaß gemacht wie erwartet, da ich die Ereignisse des Tages alles überschattet haben.
Ich bin nicht in der Stimmung mehr zu schreiben. Es tut mir leid. 
Ich bin so am Boden.

Montag, 18. Juni 2012

Complicated

Mein Tag war ganz okay. Ich habe entscheiden, dass ich erstmal nichts mehr übers Essen schreiben werde. es ist eh immer das Gleiche: Kaugummis, Götterspeise und Gemüse.
Wird auf Dauer ja auch irgendwie langweilig zu lesen.
Heute drehte sich alles um mein Gewicht, die Klinik und unseren Sommerurlaub.Jetzt, nachdem die Waage so wenig zeigte (Auch wenn ich das Gefühl nicht loswerde, dass es wirklich nur an unserer Waage liegt), ist der Druck einen Platz in der Klinik zu bekommen natürlich nochmal größer. Meine Eltern bemühen sich wirklich um einen Termin, das einzige problem ist nur, dass das einzige freie Vorstellungsgespräch in der Klinik am Korso in der Zeit ist, in der wir in im Urlaub sind.
Was heißt, dass wir umplanen müssen.
Wie ich es hasse die Dinge so zu verkomplizieren.
Wegen tausender wirklich schwerer Verwicklungen, die teilweise damit zusammenhängen, dass mein Bruder und seine Freundin dieses Jahr mitkommen und in den Urlaub mit dem Zug vorfahren, sowie unsere Buchung des Hauses, hat es sich nun so ergeben,. dass wir einige Tage später nach Frankreich fahren und auf dem Weg dorthin einen Besichtigungstermin in der Klinik machen. Ganz schön kompliziert...
Meine Eltern machen sich Sorgen, wie lange ich noch so durchhalte und wenn ich ehrlich bin, dann tue ich das auch.
Nicht wie lange ich noch so essen, kann, das kann ich sicher noch eine ganze Weile, sondern wie lange ich das psychisch und physisch noch aushalte.
Morgen geht es zu meiner Ärztin, bin mir aber noch nicht ganz sicher, wie ich das händeln will.
Die erste Möglichkeit ist: Ich trinke viel, werde mein wahres Gewicht nicht erfahren und täusche einen Hauch von Sicherheit vor.
Die zweite Möglichkeit: Ich lasse alles auf mich zukommen, mache nichts besonderes, verbringe den Tag bis zum Arzt normal und hoffe, dass die Waage so viel anzeigt, dass es okay ist.
Das Risiko hierbei natürlich ist, dass sie mein Gewicht und vorallem gesundheitszustand als so kritisch einschätzt, dass wir den urlaub canceln müssen, was ich auf gar keinen Fall will!
Die dritte Möglichkeit ist, dass ich mir die Taschen mit Blei vollstopfe so tue, als habe ich spontan 10 Kilo zugenommen und glücklich und zufrieden nach hause gehe.
Eher unrealistisch.
Möglichkeit Nummer vier ist, dass ich bis zum Termin nichts esse und trinke, dann zwei Liter Cola auf Ex trinke und das hinterher einfach wieder abziehe. Dann wüsste ich mein gewicht und hätte gleichzeitig ein bisschen geschummelt.
Ich weiß ja auch nicht was ich will.
Einerseits will ich ehrlich sein und mich nicht noch mehr gefährden, als ich es schon ohnehin tue und andererseits habe ich Angst alles nur noch schlimmer zu machen, für mich für meine Familie, für meine Gesundheit, für mein Leben.
Ich will eigentlich nicht zunehmen. Oder will ich es doch? Nein.
Ich muss es. Da gibt es keine andere Möglichkeit. Aber ich schaff es nicht.
Ich hoffe der tag Morgen bringt mir etwas mehr Klarheit.

Aber jetzt zu etwas anderem. Wie ich ja schon mehrmals erwähnt habe (vorherige posts) werde ich nach den Ferein die Schule wechseln und da unsere Sommerferein dieses Jahr schon so abartig früh, nämlich am Mittwoch beginnen, musste ich meinen Abschied in der Klasse planen, nach längerem überlegen hab ich mich entschieden Cupcakes zu machen!
Und ich freu mich so darauf sie zu backen, zu verzieren und überhaupt! Hab mir im Internet schon eine Milliarden rezepte angeguckt (alle nicht auf Diatbasis, denn ich werde ohnehin keinen essen) aber ich stell trotzdem Bilder für euch rein :)
Ich hoffe ihr habt einen schönen Abend und noch einen tollen Tag morgen!

Achja, eine Frage noch, bevor ich es vergesse:
Ich esse ja täglich Götterspeise mit Süßstoff, hat einer Ahnung, ob es ähnlich wenig Kalorien hat, wenn ich das gleiche mit Rote Grütze Pulver mache? Würde mich wirklich mal interessieren, denn das Internet weiß auch keinen Rat!

hanna :*

Sonntag, 17. Juni 2012

Wo sind meine Kilos hin?

Notfallpost.
 Bin selbst erschrocken. Hab huete Abend 2 Liter Cola getrunken und ein Liter Götterspeise gegessen.
Dann hat mich meine Ma (mit Klamotten) auf die Waage gestellt.
41 Kg.
BMI: 14.5
Ich glaube das ist eine schlechte Bilanz.

Reingefallen ins Matschloch.

Taizé war die absolute Katastrophe.
Der Tiefpunkt meiner bisherigen Magersucht.
Es geht mir so schlecht, so schlecht wie noch nie und das Schlimmste ist, dass alle es sehen können.

Es fing mit der Hinfahrt an. Sie hat mich geschafft und angestrengt, ich glaube der Koffer wog soviel wie ich und ich habe mich siebzehn Stunden damit abgekämpft.
So muss sich eine Mutter mit ihrem kleinen Kind fühlen. Immer muss man aufpassen, dass die Blagen mit in den Zug kommen, dass sie einen Sitzplatz kriegen, niemanden stören und auch ja nirgendswo stehen bleiben.
Zugegebenermaßen hat mein Koffer weniger geredet, aber spätestens, als wir spät Abends umsteigen musste hätte ich am liebsten gesagt: So Tschüss. Bis hierhin und nicht weiter. Leb ich halt ne Woche wie ein Spartaner. Hab meinen Schlüpper und ne Hose. Das reicht.

Nach langem Abwägen hab ich mich doch dagegenentschieden.

Als wir ankamen regnete es in Strömen. Es war kalt und der gesamte Zeltplatz war überschwemmt und matschig. Jetzt versetzt euch bitte in meine Lage: Ihr saßt 17 Stunden zusammengepfercht auf engstem Raum in einem Bus, fühlt euch wie kleine Schweinchen auf dem Weg zur Schlachterei, habt nur Sommersachen eingepackt, da euer pädagogischer Lehrer von 25 Grad im Schatten schwärmt, seid müde und geschafft und müsst im Regen ein verdammtes Zelt aufbauen!
Und dann der Supergau: Ihr müsst ein Zelt im Platzregen und Matsch aufbauen und merkt, dass der Boden nicht wasserdicht ist.
Bäm. Danke Gott, Erde tue dich auf.
Ab diesem Moment war für mich klar: Dat kann ja jar nischts werden mit der Woche.
Und tatsächlich wurde es nicht besser.
Das war die Schlimmste und stressigste Woche meines Lebens.
Am zweiten Tag begann es schwül zu werden, was spontan meine gesamten Vorräte im Zelt weggammeln ließ.
Übrig blieben mir: Zwei Dosen Pilze, eine Packung Maiswaffeln und 6 Möhren.
Achja. Und natürlich meine sieben Packungen Kaugummis.

Die Nächten waren kalt, der Boden zu hart. Ich habe jeden Knochen gespürt und war schon am zweiten Tag erkältet. Am liebsten hätte ich aufgegeben, wäre einfach wieder nach Hause gefahren, aber das konnte ich meiner Familie nicht antun.
Nur keine Schwäche zeigen. Nur nicht zeigen, dass ich mit der Situation komplett überfordert bin.
Ab dem dritten Tag wurde es heiß. Richtig heiß. 30 Grad.
Und wo es zuerst an Temperatur fehlte, war sie plötzlich zu viel. Ich habe eine Sonnenallergie müsst ihr wissen. Meine zarte, weiße Haut sollte sollte also bloß nicht den bösartigen UV Strahlen ausgesetzt werden. Ich sprang also von Tag zu Tag, von Schatten zu Schatten von einem Matschloch ins andere.
Gott komme ich mir dumm vor.
Die ganze Zeit bin ich nur am Nörgeln. Zuheiß, zu kalt.
Freu dich doch du undankbares Kind! Was würden andere Kinder für eine Woche Frakreich geben?
Aber mir hat es keinen Spaß gemacht.
Meine Essensmarke blieb eine Woche in meinem Koffer.
Wieder nach Hause genommen habe ich:
Eine PackungMaiswaffeln, Eine Dose Pilze und eine Packung Kaugummi.
Die Bilanz ist also auch nicht gerade prickelnd.
Und wie fühle ich mich in diesem Moment?
Schlecht. Als würde ich sterben. Den ganzen Tag schon plagen mich Schwindel, ich habe Kopfschmerzen und auch wenn ich die längste Zeit der Fahrt über geschlafen hab bin ich komplett am Ende.
Vielleicht hätte ich mit dem Post bis Morgen warten sollen, vielleicht hätte ihr dann ein bisschen mehr positives gehört, aber vielleicht brauche ich auch einfach gerade etwas, wo ich mir meine Sorgen von der Seele schreiben kann.
Tut mir leid, dass euch dieses Los getroffen hat.
Tagesbilanz:
2 Möhren (40 kcal)
Ein Salat von Mcces (10 kcal)
Eine Dose Kaugummis (100 kcal)

Ich bin so müde.

Samstag, 9. Juni 2012

Das Is(s)t Taizé!

So ihr Lieben!
Hier melde ich mich nochmal, bevor ich eine Woche in der totalen Versenkung, fernab jeglicher Zivilisation verbringen werde!
Morgen um 5:50 gehts los nach Taizé und wider allen Erwartungen freue ich mich wie ein kleines Kind!
Das Einzige, was mir jedes mal ein bisschen die Reise versaut ist das Packen.
Mein Kopf ist immer gerade so dazu fähig wie ein Roboter Unterwäsche einzupacken. Und ne Hose....vielleicht noch einen Pulli...? Aber spätestens wenn es an die Luxusgüter geht bin ich völlig überfordert und mein Kopf baut eine Art Sperre auf :D
Es klingt witzig, aber nach einer Stunde verzweifelten Hin und Her Packens lag ich einfach nur noch auf dem Boden und habe gepasst. 
Hirn arbeitet nicht mehr. Meep Meep! Synapsen geben den Geist auf.
Das muss ein Bild gewesen sein! Wie die kleine hanna inmitten einer halb gepackten Reisetasche und tausenden von einzelnen Dingen in ihrem Zimmer auf dem Rücken liegt und darauf hofft, dass sie endlich fertig ist!

Das zweite Problem vor dem ich dieses Mal zum ersten mal stand war das Essen.
Was isst man wenn man nichts essen will? 
Ich bin mir sicher, dass ich das Essen in Taizé nichtmal mit dem kleinen Finger anrühren werde und auch meine Mutter scheint das begriffen zu haben, denn so fuhr sie vorhin mit mir extra zu allen möglichen Läden.
Sie will so sehr, dass ich glücklich bin! Sie gibt sich so sehr Mühe mir alles zu geben was ich brauche!
Nach reiflichen Überlegungen und Abwägungen fand sich dann doch schließlich mein Menü für eine Woche, das also besteht aus:
- 1 Kilo Möhren (wegen der langen Haltbarkeit)
- 1 Salat für die Fahrt
- 8 Dosen Cola Light/ 3 Liter Wasser für die Fahrt
- 2 Dosen Pilze
- 1 packung Reiswaffeln (die ich aber wahrscheinlich auch nicht aufmachen werde, der Blick meiner Mutter war einfach zu flehend)
- 1 packung Tomaten (wobei ein Teil davon schon oben im Salat verarbeitet wurde)
 Des weiteren begleiten mich: 
-7 Dosen kaugummis
-1 Packung Süßstoff
-Eine Spritzzitrone, weil ich bestimmt keinen durchgezuckerten Tee trinken werde

Ich kann mir vorstellen, dass meine tasche, wenn jemand sie denn begutachten würde, aussieht, als hätte ich vor auszuwandern. oder als sei ich so eine Nachkriegsoma, die Nahrungsmittel bunkert :D

Meine größte Angst ist es, dass ich keine Woche damit auskommen werde und am Ende ohne Essen dasitze(oder noch schlimmer: nur mit dem Taizé Essen) Aber ich werde versuchen das beste aus der Woche herauszuholen und versuche mir den Scheiß einfach einzuteilen :)

Mehr habe ich heute auch eigentlich nicht zu sagen, außer vielleicht:
Passt auf euch auf!
macht keinen Mist!
Seid brav, während mami in Frankreich is(s)t!
Und vergesst mich nicht!

Küsschen :*:*

Freitag, 8. Juni 2012

Ob du hier nichts isst, oder in Taizé ist ja eigentlich egal.

Geschlecht: Mädchen
Größe: 166 cm
Alter: 15.5 Jahre
Gewicht: 42 kg
Der BMI des Kinds beträgt: 15.24 kg/m²
 Achtung! Ihr Kind ist weit untergewichtig.
In diesem Alter und bei dieser Größe sollte bei Mädchen das Gewicht in einem Bereich von 48.2 – 76.5 kg liegen. Starkes Untergewicht ist schwer gesundheitsgefährdend. Daher ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen und gegebenenfalls eine Ernährungs- und Verhaltenstherapie in Betracht zu ziehen. 

So siehts aus.
ich war heute bei meiner Ärztin zum wiegen. Vorher habe ich gut gefrühstückt (Götterspeise) und so viel Tee getrunken, dass ich dachte ich platze.  Trotzdem zeigte die Waage 42.5. Wenn ich Flüssigkeit und Klamotten abziehe, dann komme ich sogar wahrscheinlich auf noch weniger Gewicht, als die veranschlagten 42.

Ich hab geweint.

Ich habe nicht geweint, weil es zu wenig war, weil ich am Ende bin, weil alle um mich herum davon sprechen, dass sie sich Sorgen machen. Ich habe nicht geweint, weil die Worte meiner Ärztin, sie würde sich das nicht mehr mit anschauen, sie könne das Gewicht nicht mehr verantworten und ich müsse mir überlegen, wie lange ich noch zu leben habe, wenn ich so weitermache wie jetzt, an mir vorbeirauschten und mich gar nicht berührten.
Ich habe nicht gewint, weil meine Mutter es neben mir ebenfalls getan hat und ich habe nicht geweint, weil mein Vater mich seit langem Mal wieder richtig in den Arm genommen hat.
Das alles wären gute Gründe gewesen.

Aber ich habe geweint, weil es nicht genug ist.
Nicht wenig genug. Nicht dünn genug. Es reicht nicht.
Es wird nie genug sein, das spüre ich.

Mein Bruder hat sein Abi gefeiert, mein Vater hat uns alle zum Griechen eingeladen. Ich habe aus Angst den ganzen Tag lang gefastet. Ich wollte Normalität vortäuschen, wo keine ist.

"Ihre Bestellung bitte?"
"Hmm, ich nehme den Scampi Salat. Aber ohne Scampis, wissen sie, nur mit Blattsalat, Tomaten und Gurken...und Weißkohl. Und können sie das Dressing extra machen? Nein, kein Öl. Ach lassen sie es weg."
"Ist das alles?"
"Ja, und eine große Cola Light."

Da saßen sie alle, mit ihren Souvlakis, ihren MegaGrillspießen, dem Gyros Spezial, den fettigen Pommes und mir ist beinahe schlecht geworden von all dem Essen.
Der Salat ging unberührt zurück.
 An dem Weißkraut war Öl dran.
Eine Tomate habe ich gegessen. Traurig.
Traurig, dass ich nichtmal den Vorspeisenteller in einem restaurant essen kann, weil ich nicht weiß, wie viel kalorien er hat. Traurig.

Nicht viel positives an diesem Tag, oder doch?
Ich darf mit nach Taizé!
Nach langem hin und her überlegen und dem Einverständnis meiner Ärztin darf ich mit!
Trocken meinte mein Vater: Ob du hier nichts isst, oder in Taizé ist ja eigentlich egal.
Womit er ja auch recht hat.
Was mich aber WZeifeln lässt. Werde ich es schaffen nichts zu essen? Die ungewohnte Umgebung, nichts was ich kenne! Was ist, wenn es kein gemüse gibt? Ich werde eine Woche lang nichts essen können! ich meine es ernst! ich pack das nicht! Ich hab so Angst.
Meine Mama meint, sie packt mir Möhren ein. 
Dafür liebe ich sie. 

Und noch eine wichtige Entscheidung ist gefallen.
Sie lautet: Die Klinik am Korso.
Es war schwer. Aber der Anmeldebogen liegt sicher verwahrt in einer gelben Kiste, die Morgen geleert wird und macht sich geradewegs in die Hände der Klinikleitung.
Die Hände, die wahrscheinlich und hoffentlich helfen werden.


 

Donnerstag, 7. Juni 2012

Hosengröße 140

Es ist soviel passiert und dann wieder doch nicht.
Die letzten Tage bin ich nicht zum posten gekommen, ich hoffe ihr verzeiht mir, aber andererseits ist es vielleicht auch mal gut eine Auszeit von meinen konfusen Gedanken zu haben
Das Wetter ist schlecht, ich habe Kopfschmerzen und in meinen Knochen hat sich diese Kälte eingenistet, die sich weder von meiner Strickjacke, meinem heißen RhababerTee oder meine Wärmflasche vertreiben lässt. Aber dennoch könnte ich gerade die ganze Welt umarmen.
Ich weiß nicht woran es liegt. Vielleicht ist es sowas wie der letzte Hilfeschrei meines Körpers.

Meep.Meep, alle Reserven sind aufgebraucht, Synapsen können nicht arbeiten. Glückshormone ausschütten Meep, Meep!

Vielleicht ist es auch was anderes.
Mir ist in den letzten Tagen mal wieder klar geworden wie wertvoll meine Familie doch ist, wie lieb sie mich alle haben und wie glücklich ich sein kann, dass sie mich trotz all meiner Macken so nehmen wie ich bin!
Am Sonntag war ich mit meiner Mutter auf einem Straßenfest. Wir beiden lieben diese Flohmärkte, dieses Schnäppchenjagen und das Feilschen um die besten Sachen.
Mein Schrank ist vollgestopft mit den Schätzen, wie eine Elster sammel ich all die Dinge, die ich an den Ständen so zusammenraffe...und oftmals sind wirklich gute Dinge dabei.
Früher hatte ich immer das Problem, dass ich keine Sachen gefunden hab, die groß genug für mich waren, naja, was soll ich sagen, jetzt ist mir alles immer zu groß.
So musste ich diesmal schweren Herzens die wunderschöne Taillenshorts in Größe 36 hängen lassen, aber Magersucht hat eben seinen Preis.*seufz*
Bei einem Stand wurde ich fündig. Die Besitzerin sah freundlich aus und sie hatte tatsächlich Hosen da, die mir passten! Und Jacken und Oberteile und...so.viel.mehr.
7. Himmel *-*
Alles in allem mussten wir um die 30€ bezahlen, da wir es aber nicht passend hatten, ging ich in ein Café um zu wechseln.

"Ist Ihre Tochter Magersüchtig?"
Meine Mutter schaute überrascht auf die Verkäuferin. "Wieso?"
"Sie sieht so aus." Die Frau zuckt die Achseln und guckt verlegen. "Naja, ich bin selbst Magersüchtig. Lag zwei Monate stationär. Jetzt bin ich sozusagen trocken. Wie ein Alkoholiker."
"Ja sie ist Magersüchtig." Sie sieht auf ihre Tochter, die ein bisschen verloren aussieht zwischen all den Menschen."Im Moment gehts ihr nicht gut.Wir überlegen sie ebenfalls stationär einzuweisen..."
"Ein stationärer Aufenthalt verändert viel, aber es heilt nicht endgültig. Ich habe gelernt mich gesünder zu ernähren, aber oft ist es...naja, wenn es mir besonders schlecht geht, ich viel Stress habe oder so, dann werde ich rückfällig."
Das Mädchen kommt zurück. In ihren Händen das Geld. Sie winkt, hat keine Ahnung, was sie dort bereden, bis ihre Mutter es ihr später erzählen wird. 
Die Frau winkt zurück.
"Seien sie lieb zu ihr. Ein Leben mit dieser Krankheit ist nicht schön. Man kann das als Außenstehender oft nicht nachvollziehen, aber...geben sie ihr so viel Liebe, wie sie sich selbst im Moment nicht geben kann."

ich weiß nicht, ob meiner Mutter das Gespräch mit der Unbekannten geholfen hat, aber mich hat es einersets berührt und andererseits irgendwie getroffen.
Schon Außenstehende erkennen meine Magersucht. Ich weiß nicht, wie ich es einschätzen soll, aber ich hätte mich gerne auch mit der Frau unterhalten. Sie ausgequetscht und Dinge erfahren.
Die Hose, hab ich später gemerkt, ist Kindergröße 140. 
Angeblich für 9-10 Jährige (auch wenn ich diese fette neunjährige Mal sehen will)

In den letzten tagen ist nichts besser geworden. Nicht vom körperlichen her, nicht vom Kopf her, nicht vom Essen her.
Ich fühle mich schlapp, zwinge mich aber trotzdem zum Sport. Obwohl ich mich manchmal frage, ob ich mir nicht selbst etwas vormache.
Ein typischer tag z.B:
Morgens: Götterspeise.
Mittags: /
Abends: Götterspeise.
Zwischendurch: Kaugummis.
Und wenn ich sage Kaugummis, dann meine ich nicht mal eines zwischendurch, ich bin der absolute Kaugummi Hardgainer, würde ich diese blöden kleinen Dinger nicht essen, dann würde ich auf unter 100 kcal kommen, aber wisst ihr wie viel diese Drageés haben?! Ich ärger mich gerade unglaublich über mich selbst...
Sport: 20 min. Fahrrad, 
          60 min Zumba
          200 Hampelmänner

Morgen geht es zu meiner Ärztin. Ich wede aber mit meinem Gewicht schummeln. Wasser trinken oder so, denn es steht nicht zum besten mit mir. Ich weiß nicht wie viel es ist, aber ich will nicht böse überrascht werden.
Meine Therapeutin-die doofe dicke- hat mit meinen Eltern gesprochen. Sie weiß nicht, ob ich körperlich in der Lage bin nach Taizé zu fahren.

Taizé ist ein Kloster in Frankreich, das meine Schule jedes jahr mit etwa 50 Ausgewählten besucht. Eine Woche lang werden wir Spaß haben und menschen aus aller Welt kennenlernen. Jeder, der bisher da war, hat nur gut davon gesprochen und es ist angeblich ein Erlebnis fürs leben. Achja - die 250€ Kosten haben wir schon bezahlt.

Und dann der Gipfel des ganzen: Sie ist sich nicht sicher, ob ich es schaffe in den Familienurlaub mitzufahren. Die drei Wochen Frankreich, die mir so viel bedeuten. Sie weiß nicht, ob ich es schaffe drei Wochen ohne ärztliche Aufsicht zu blieben und ich würde sie gerade am liebsten erwürgen.
Wie kann sie es wagen so etwas zu sagen!?
Wie kann sie meine Familie zu dem Gedanken zwingen, den Familienurlaub meinetwegen abzusagen-denn wenn ich bliebe, dann blieben alle!
Wie kann sie es wagen sie so einzumischen?!

Ich habe Angst. 
Habe Angst vor Morgen, habe Angst vor meinem Gewicht, habe Angst, dass es zu wenig ist  zuviel ist, dass die letzten zwei Wochen umsonst waren.
Ich habe Angst vor der Zukunft.
Ich bin 15 verdammt!
Aber am meisten angst habe ich meiner Familie alles kaputt zu machen. Schon wieder habe ich das Gefühl, dass sie so eine Strafe wie mich nicht verdient habe. Denn das bin ich: Eine Strafe.
 

Samstag, 2. Juni 2012

Und täglich grüßt der Gedankenmatsch

Heute war mal wieder so ein merkwürdig leerer Tag. So ein Tag, der euch einfach nichts bringt und der, wenn ihr später versucht euch daran zu erinnern einfach mit der großen Masse der leeren Tage verschwimmt zu einem Einheitsbrei.

Morgens habe ich mich zum Sport gequält. Es ist gleichermaßen lustig wie traurig, wenn ich merke, wie ich mich immer wieder selbst bezirze. Einige sagen zu diesen beiden Stimmen Engelchen und Teufelchen, aber ich wüsste nicht welcher Stimme ich welche Rolle zuordnen sollte.

Die eine ist immer nur am quängeln. "Ich hab keine Lust auf Sport. Warum sollte ich Sport machen? Ich hatte kein Frühstück fühle mich schlapp und müde und hab keine Lust. Gönn deinem Körper eine Pause Hanna!"

Die andere Stimme kann darüber nur lächeln. Blickt auf das Quengelchen herab wie ein Vater auf seinen kleinen Sohn. "Aber Hanna. Tsts. Wie kommst du dazu sowas zu denken? Der Sport wird dir guttun! Dich aufrütteln!Danach wird es dir besser gehen, versprochen...Denk an die Kalorien, die du dabei verbrennst! Komm schon, was ist schon diese eine Stunde...?"

Und weil meine quengelige Innere Stimme irgendwie nicht so recht mit überzeugenden Argumenten rüberkam, ging ich doch zum Zumba- und es brachte tatsächlich Spaß!

Wenn ihr jemals schlecht drauf seid, dann investiert diese eine Stunde damit dicken, alten Frauen in engen, schlecht geschnittenen Sportanzügen dabei zuzusehen, wie sie sich zu heißen, lateinamerikanischen Tanzrythmen, von einem schwulen, jungen Tanzlehrer motivieren lassen und so richtig ins schwitzen kommen.
Ich weiß, es ist gemein, aber der Spaßfaktor ist es allemal wert!

Danach musste ich noch schnell für meine Familie einkaufen, nichts besonderes, nur Pizza.

240 kcal pro 100 gr.
Eine Pizza à 350 gr. = 840 kcal.
Kohlenhydrate. Weizenteig und fett, fett, fett.

Ich konnte es kaum glauben, dass ich so etwas mal ohne schlechtes Gewissen gegessen habe!

Auf dem Nachhauseweg traf ich einen Jogger. Einen von diesen ganz aufdringlichen in hautengen Anzügen, die am Straßenrand schnell nochmal ein paar Dehnungen machen. Er muss meinen - wenn auch ungewollt - abwertenden Blick bemerkt haben, denn er raunzte mich an: " Pizza ist ungesund."

Joa. stimmt wohl, dachte ich, sah auf seine Speckfalte und antwortete : " Aber ich kanns mir leisten."

Plötzlich lächelte er und sagte freundlich : "Stimmt du hast eine echt schöne Figur!"

Irgendwas in mir jubelt. Aber auch nur ein kleiner Teil, denn ich weiß ja, dass das nur Heuchelei ist. Ich kanns mir nicht leisten. Und essen werd ich dieses fettige Ding auch nicht. Und wenn ich sie doch essen würde, dann müsste ich wahrscheinlich - genau wie er - in einem zu engen Jogginanzug durch die Gegend sporteln.

...

Trotz allem war es ein schönes Gefühl mit einer Familienpackung Pizza unterm Arm durch die Gegend zu laufen und alle glauben zu lassen : Hey ich kanns essen und trotzdem dünn sein. Ihr nicht.

Ist euch schonmal aufgefallen, dass in einer Familienpackung immer für vier geplant ist?
Das ist praktisch. Entweder für die Normfamilien, mit zwei perfekten Kindern, oder für meine Familie. Vier und eine Magersüchtige. Lecker.

Den restlichen Tag über war ich zu echt nichts zu gebrauchen. Lag auf dem Bett und dachte die ganze Zeit: Tu was, Tu was, faules Ding. Aber aufraffen konnte ich mich nicht.

Es ist witzig, was für ein Gedankenmus dann in meinem Kopf zustande kommt.

Gedanken zum Thema: Wie wirken sich deine fehlenden Französischhausaufgaben gepaart mit deiner Essstörung auf deine Zukunft aus?

Ich sitze da in meinem Bleistiftrock. Nervös, keine einzige Falte. Sehe ihn über meine Hornbrille hinweg an und streiche mir ein paar Haare aus dem Gesicht.

"Nun. Fangen wir an. Was denken sie qualifiziert sie für unsere Firma?" Er kramt in seinen Unterlagen. Nimmt einen Stift und einen Notizblock heraus und sieht mich erwartungsvoll an.

"Ähm. Naja." Ich habs mir genau zurechtgelgt. Einfach nur abspulen. " Ich bin diszipliniert und zielstrebig, ehrgeizig und kämpfe für mein Ziel!" Fein gemacht.

Er macht sich eine Notiz, blättert und stockt.

"Wie ich sehe fehlen ihnen einige Französischkenntnisse. Sie haben sich wohl nie sehr für ihre Fremdsprachen engagiert. Ohne aufdringlich wirken zu wollen: Was haben sie denn stattdessen gemacht?Wo liegen denn sonst ihre Stärken?"

Ich wachse innerlich. Jetzt kommt mein großer Moment. Mein Auftritt.

"Ich habe dreißig Kilo abgenommen."

Er wirkt nicht beeindruckt. Die Stille macht mich nervös.

"Also was ich damit sagen will: Ich habe eine Woche lang nichts gegessen!" Ich zupfe an einem losen Faden. Sehe mich in dem kahlen Raum um und warte auf seine Reaktion.

Es ist ein Nicken.

"Aha, verstehe. Ich denke ich hätte da tatsächlich einen Job für sie. Wie ich merke neigen sie von Natur aus dazu selbstzerstörerisch zu handeln. Wie wäre es mit einem Job als Psychologin? Die Selbstmordrate ist in diesem Metier wirklich hoch und sie wären immer unter ihresgleichen." Er rückt näher heran und spricht leiser. "Sie wissen schon: Gestörte...!"

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Als ich mit diesem merwürdigen Gedankengespräch fertig war, entschied ich mir etwas zu essen zu machen. Aber es war komisch. Ich habe es tatsächlich entschieden.

Es war nicht so ein: Man ich hab tierisch Hunger, ich brauch jetzt dringend was zu essen sonst verhunger ich.

Sondern eher ein völlig rationales: Es ist jetzt beinhae 17:00 du hast noch nichts gegessen. Wenn du nicht umkippen und im Krankenhaus landen willst, dann mach dir um Himmelswillen jetzt einen Salat!

200 gr. Kopfsalat(16)
50 gr Gurke (6)
50 gr. Tomate (8)
2 Champignons (10)
Maggi (10)
__________________
--> 50 kcal, naja, runden wir auf: 100 kcal, falls ich irgendwas falsch eingeschätzt hab.

Ich habs gegessen. Hatte aber keinen Hunger, kein verlangen und eigentlich keine Lust das zu essen.

Ärgerlich.

Wie versprochen

Das hier wird kein richtiger Post, eher ein: Ich sitze hier und langweile mich und anstatt Sport zu treiben (was ich gleich sicherlich tun werde), schreibe ich liebr as auf meinen Blog-Post.
Bisher hat der Tag noch nicht viel für mich gebracht.
Ein bisschen Regen.
Ein bisschen zuckerfreien Kaugummi.
Ein bisschen Schwindel.

ANMERKUNG: Der Post ist doch länger geworden als er sollte, ich melde mich trotzdem heute Abend nochmal :))

Worum es hauptsächlich jetzt gehen soll sind die Bilder, die ich versprochen habe.
Frisch heute Morgen entstanden, ihr seht mich also in voller, lebendiger Blüte (aus Selbstschutzgründen hab ich immer meinen Kopf abgeschnitten, meine Ich- komme-gerade-aus-dem-Bett-Fresse muss nun wirklich keinem angetan werden.)
Es gibt ja so Menschen, die stehen auf und sehen einfach perfekt aus! (Jedenfalls in der Werbung...)
Der heutige Tag zeigte mir mal wieder: Ich gehör wohl nicht dazu, aber das is egal. :D

Ehrlich gesagt lösen sie gemischte Gefühle in mir aus, einerseits dieses Gefühl des Triumphs, das eigentlich nicht da sein dürfte...


Du hast einen so flachen Bauch... auch wenn man es auf dem Bild nicht so deutlich sieht: Deine Hüftknochen sind göttlich.
Konntest du früher jemals deine Rippen sehen, ohne den Bauch einzuziehen?
Sieh wofür du gekämpft hast.
So lange gehungert...

    Und Andererseits drängen sich Zweifel auf.

 DAS DA! Das in der Mitte, sind das echt deine Beine? Was hast du nur getan?! Diese zwei Stöckchen? Die sollen ein Teil von dir sein? Der Teil, der dich durch die Welt trägt und auf den jede Frau stolz ist? Soll das dein Ernst sein? Hanna, du bist lächerlich.

   Und dann wieder Unzufriedenheit.

Reeeechts, da!Dadada! Hanna, schau dich an! Haha, du bist so breit! Schau dich an! Wofür hast du so lange gehungert? Du wirst eh nie so schmal sein wie die Frauen aus den Magazinen! Deine Taille hat den Umfang vom nördlichen Gangesdelta. Du Witzfigur. Tragischer Darsteller deines eigenen Dramas. -SEI STILL KOPF- Kämpf so viel du willst! Am Ende bringt es eh nichts!
Hast du eben noch gedacht du seist zu dünn? Du willst zunhemen? Oder sogar du seist schön?! Sieh es ein Hanna, Du kannst nicht schön sein. Dein Spiegel hat eben doch recht... Wie immer.

Und jetzt: Ratlosigkeit.

Was stört am Blog?