Ballast

Start: 73 - 60 , 59 , 58 , 57 , 56 , 55 , 54 , 53 , 52 , 51 , 50 , 49 , 48 , 47 , 46 , 45 , 44 , 43 , 42, 41 ,(40) , 39 , 38,37,36, 35 - 1,66 cm

Mittwoch, 9. Mai 2012

Zwiespalt

Alles ist mistig im Moment. Meine Familie sorgt sich, ich weiß nicht was ich tun soll. Jeder der an dieser krankheit leidet, weiß womit ich kämpfe, und jeder Andere kann es zumindest nachvollziehen. Es ist dieser Zwiespalt, dieses: Was will ich wirklich?

Ich will meine Eltern glücklich machen.
Dann iss was, komm, sei normal.
Aber wenn ich esse, dann werde ich zunehmen, und das will ich nicht.
Morgen würde ich es bereuen.
Oder ich würde es sofort wieder auskotzen. Ist dieses schlechte Gefühl es mir echt wert?
Ich will schön sein.
Schön bist du, wenn du dünn bist.
Knochen sind nicht schön.

Dick sein ist auch nicht schön, stell dir vor, du nimmst jetzt zu und gefälltst dir nicht mehr.
dann musst du wieder abnehmen. Da warst du doch schonmal.

Aber ein normales Gewicht würde meine Eltern glücklich machen.
Außerdem schauen sie es sich nicht mehr lange einfach so an. Sie werden dich in eine Klinik stecken.
Das hast du dann davon.
Überspann den Bogen nicht, zeig, dass du es kannst, dass du es willst!

Sein wir ehrlich, das wirst du niemals halten. Du wirst so oder so wieder unzufrieden sein.

Was willst du wirklich?

Willst du gesund sein, dein Gewicht akzeptieren und versuchen normal zu sein.
Mit einem gesunden Gewicht glücklich werden?

Willst du dünn blieben, sogar noch dünner werden.
Für die Chance, irgendwann einmal glücklich zu sein?
Willst du dich glücklich machen?
Oder die Anderen?

Schaffst du es schaffen?
Ich glaube nicht.



Ich war gestern bei meiner Therapeutin. Zum ersten Mal war ich wirklich ehrlich zu ihr und habe ihr alles erzählt. Wirklich alles - nur den Teil des Kotzens habe ich ausgelassen - und sie war besorgt. Aber zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass der Termin mir etwas gebracht hat. er hat mir nicht beantwortet, ob ich gesund werden und den Kampf aufnehmen will, oder nicht, aber er hat mich erleichtert und ich hatte das Gefühl dass mir jemand zuhört.
Sie wollte, dass ich einen Termin bei meiner Ärztin mache, als ich heute dort ankam war niemand da. Mittwoch ist Ruhetag. Ich gehe jetzt am Freitag hin.
Freitag, wie mir siedend heiß einfällt, der Tag an dem ich auf Klassenreise fahre. Zuerst hatte ich Angst, vor den Reaktionen, vor dem Essen, was essen, wie essen, kann ich kotzen WILL ich kotzen, was tun, verstecken, dazu stehen, aahhhhh.
Aber jetzt habe ich mich für das BEste entschieden. Ich mache einfach reinen Tisch, über die Essstörung. ich werde es einfach erzählen. Ist sowieso egal. Meine Freunde könnens wissen. Morgen sag ich es ihnen und hoffe sie nehmen es gefasst auf. Ich habe Angst vor ihren Reaktionen, dass sie versuchen mich zum Essen zu bringen, mich zu überreden, habe Angst, dass sie es schaffen.
Aber andererseits ist es eine Chance, eine Chance endlich zu sehen wie das Funktioniert. ich schaue mir an, was die Anderen essen, normale Portionen für jemanden wie mich.
Vielleicht ist es meine letzte Chance, denn nachdem ich heute wieder nichts essen wollte und danach noch eine Radtour gemacht habe (die Sonne war so verlockend), waren schon wieder Internetseiten von Kliniken in dem Internetverlauf. Das macht mir noch mehr Angst. Ich will nicht zum Essen gezwungen werden, will nicht zunehmen, will kéine Hilfe....*tief einatme*
Erstmal zum Termin mit der Ärztin, sehen was die sagt, abwarten, Tee trinken - ungesüßt - und hoffen, dass sich alles zum Guten wendet.
Bitte lieber Gott, mach dass sich alles zum Guten wendet.


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