Ballast

Start: 73 - 60 , 59 , 58 , 57 , 56 , 55 , 54 , 53 , 52 , 51 , 50 , 49 , 48 , 47 , 46 , 45 , 44 , 43 , 42, 41 ,(40) , 39 , 38,37,36, 35 - 1,66 cm

Donnerstag, 31. Mai 2012

Anfang scheiße- alles scheiße

Kennt ihr das, wenn der Tag schon beschissen anfängt?
Ihr habt die ganze Nacht nicht richtig schlafen können, weil eure Gedanken einfach nicht stillgehalten haben? 
Das erste was euch am Morgen passiert ist, dass euer kaffee sich über eure Pastellfarbene Hose ergießt?
Euer Kreislauf ist am Boden und DANN habt ihr auch noch die ersten beiden Stunden Sport?
Habt  ihr schonmal eine ultra dämliche Seiten Pony Frisur tragen müssen um eventuelle Verletzungen zu verbergen und saht einfach nur daneben aus? (was vielleicht aber auch an euren hässlcihen Augenringen und dem matschigen Gesicht lag...)
Oh man!
Manchmal bin ich selbst ein bisschen fassungslos über meinen Tagesstart und ehrlich gesagt ist der Tag auch nicht viel besser geworden.

Hab dafür mal wieder mein schauspielerisches Talent entdeckt.

"Warum warst du gestern nicht in der Schule?"
Ach, pff...weißt du. Ihr habt da gestern gekocht und weil ich trotz starkem Untergewicht nichts essen kann und will, habe ich gedacht: lebe deine Essstörung aus! Verarsch sie alle und schwänz einfach mal einen Tag! Wozu normal sein, wenns auch völlig unnormal geht..?
"Krank."
"Ach du arme, was hast du denn zu Hause so gemacht?!"
Naja, du weißt schon, dies das, ich war ja gar nicht krank, deswegen konnte ich alle kraft darauf verwenden zu fasten...und dann halt so normales Zeugs, hab an meinem Essstörungsblog gearbeitet und Kalorien vermieden...Was ne gestörte eben so macht, Haha!
Also nichts besonderes.
"Gelangweilt. Ferngesehen und geschlafen. Wie immer."
"Ach das klingt doch chillig und...oh was ist das denn da an deiner Stirn, bist du hingefallen?"
Nö. Ehrlich gesagt wurde ich abends gezwungen einen Salat zu essen. ich hab ihn mit Sport versucht abzutrainieren und hab wohl ein bisschen übertrieben. Bin auf dem Zimmerboden zusammengeklappt und abgeschmiert. Naja. Jeder fliegt bei sowas wohl mal auf die Fresse, oder? Haha!
"Das da? Sieht schlimmer aus als es ist, hab nicht aufgepasst und bin gegen einen Türrahmen gelaufen. Echt nicht der Rede wert!"
"Oh gut, ich dachte schon es sei was ernstes! Aber schön, dass es dir wieder gut geht!"
Also ehrlich gesagt gehts mir beschissen. Aber danke trotzdem!
"Ja. Danke Gott für meine Gesundheit!"
Der Alte hätte ruhig ein bisschen mehr davon über mir abschmeißen können...

Ansonsten gibt es nichts neues. Hab mich heute mal wieder ausschließlich von Salat und Süssstoff Götterspeise ernährt und frage mich, ob ich wegen der wachsenden leserzahl (Danke an jeden einzelnen der 23 Stück!) nicht etwas spannenderes machen sollte...will ja keinen mit meinem Leben langweilen. Anregungen dürft ihr gerne in die Kommentare schreiben!
(Beispiel: Der Strip Post, jeden Tag zieh ich ein Kleidungsstück aus und versteiger es :D:D)
Meine Mutter hat heute mal wieder ihre Sorge zum Ausdruck gebracht. Sie hat Angst, dass ich den Schulwechsel nicht packe und zu viel abnehme. 
Aber ich pack das!

Achso, hier noch ein Bild von vor zwei Wochen, wollte ja mal eins hochladen und hab mich endlich aufgerafft ;)


 

 

Mittwoch, 30. Mai 2012

Einer zu viel.

Sie liegt auf dem Sofa. Da ist sie wieder, die Speckfalte. Oder ist es nur haut? Macht keinen Unterschied. Materie, die verschwinden muss. Ein Stück Körper, das da nicht hingehört.
Sie fühlt sich müde und kaputt, aber es muss sein, sie braucht es, kann dieses Gefühl des schweren Körpers nicht ertragen.
Sie schält sich aus der Decke. Jede Bewegung kostet Anstrengung.
Ein Fuß auf dem Boden. Geschafft. Na dann wird der zweite wohl auch gehen. 
Mensch waren ihre Beine schon immer so schwer?
Youtube. Workout. Okay, das wird gemacht und dann ist gut. Dann fühlst du dich besser.
Sie fängt an. 100 Jumping Jacks. Okay, das war doch leicht, oder?
Es geht weiter. Eigentlich geht es nicht. Es geht ihr Klasse damit!
Workout ist zu Ende. Sie ist am Ende.
Komm, noch 20 Liegestützen, noch 20, dann ist vorbei.
1,2,3 ... 15. 
WHAM.
Aua. Das tat weh. 
Wo ist sie? Schwärze? Schmerzen? Scheiße.
Sie rappelt sich auf, alles dreht sich. Was war das? Zusammengeklappt. Einfach zusammengeklappt.
Sie schaut in den Spiegel. Blut an der Schläfe.Mist.

"Alles okay da oben?"

Jaaaaaaahaaa - Lügnerin.
Sie zwingt sich aufzustehen, das Blut wegzumachen. Sieht doch gar nicht mehr so schlimm aus...
Sie weint. Wie kann man seinen Körper nur so hassen?
Und jetzt? Musik aus dem Nachbarzimmer. Ihr Kopf dröhnt. Alles so laut. Aber trotzdem Stille um sie herum.
Naja, 5 Liegestützen werden wohl noch drin sein...

Zu Müde

Ich wusste nicht, dass es sich so schlimm anfühlen kann zu lügen.
Dabei fiel es mir nichtmal besonders schwer. Letzendlich habe ich mich für die Variante: Ich habe heute Nacht gekotzt um dem Klassenkochen zu entgehen.
Es hat toll geklappt, vorallem, da es mir wirklich nicht besonders gut ging.
Schlau war meine Aktion allerdings nicht. Ich hab bis ca. 12:00 geschlafen und das Mittagessen über in meinem Zimmer gesessen.
Mir sei Übel, hab ich gesagt.
Ich könne jetzt nicht essen, hab ich gesagt.
Wenn du bis heute Abend nichts isst, dann bringen wir dich ins Krankenhaus, war die Antwort.

Mnachmal frage ich mich, was all die Broschüren über Magersucht meinen Eltern eigentlich bringenIn diesen  bunten Heftchen mit sympathischen Bildern von Therapeutinnen stehen doch lauter schlaue Sachen drin wie: Zwingen sie ihr Kind nicht zum essen, setzen sie ihr Kind nicht unter Druck, lassen sie Essen nicht zum Thema werden und reden sie so wenig wie möglich mit ihrem Kind über das Thema essen- und so weiter.

Ich würde sagen da haben meine Eltern auf ganzer Linie versagt, manchmal habe ich das Gefühl sie picken sich nur die Dinge aus den Ratgebern heraus, die in ihr Konzept passen und der Rest wird einfach verdrängt.
Aber andererseits....wie sollten sie es besser wissen, woher sollen sie denn wissen, was ich brauche, wenn ich nicht mit ihnen darüber rede?
Aber einen steht fest: Sie machen mir Angst.
Ich weiß dass mein Vater mich am liebsten heute als Morgen in die Klinik schicken würde, ich weiß, dass er mich am liebsten morgens bis abends mästen würde, ich weiß, dass er denkt ich würde irgendeinem Ideal nachhungern, aber irgendwie hat er nichts verstanden.

Daran dass ich heute - trotz Kopfschmerzen - etwas poste könnt ihr entnehmen,dass ich doch etwas gegessen habe. 100 gramm Salat und einen Pilz. Ich weiß, das ist kein Festmahl, aber zu mehr konnte ich mich nicht aufraffen. Vor meinen Eltern ist es allerdings zu einem großen Salat angewachsen - Lügnerin - was sie zwar nicht zufriedengestellt, aber beruhigt hat.
Im Moment fühle ich mich so leer. Ich hab keinen Hunger mehr. Ich kann mich nicht aufraffen etwas zu essen, es bringt mir keinen Spaß mehr.Letztens ist etwas merkwürdiges passiert. Wir waren auf einem Sommerfest und ich habe zugesehen, wie ein Mann ein Stück Kuchen gegessen hat und es hat mich geekelt. 
Bisher habe ich das nur auf irgendwelchen Seiten gelesen, wie Menschen sich ekeln, aber als er sich dieses fette Stück Kuchen im Ganzen reingestopft hat...ich konnte nicht anders als das Gesicht zu verziehen und denken wie abartig das doch ist.
Alleine diese Situation zeigt doch wie kaputt ich bin.

Ich hab noch Götterspeise im Kühlschrnk stehen, aber ich weiß nicht, ob ich mich dazu motivieren kann sie zu holen, geschweige denn zu essen. Das alles kommt mir gerade so anstrengend vor.
Ich bin so müde und hab ein so schlechtes Gewissen, weil ich mich heute noch gar nicht bewegt habe, aber ich glaube wenn ich mich jetzt noich hochhiefe und ein Workout mache, dann klpp ich zusammen.
Sorry, dass der heutige Post kein sehr tiefgründiger und sprachlich augefeilter ist, er ist eher ein bisschen einer von der Sorte Hirnmatsch-Gedankenmuß , aber etwas textlich wertvolleres bekomme ich gerade nicht zustande...
Ich hoffe euer Tag war besser als meiner!

Dienstag, 29. Mai 2012

Angst

Mein Körper widert mich an. 
Ich habe schon vor einigen Wochen diese wiederliche kleine Speckrolle an meinem Bauch entdeckt, die immer dann auftritt wenn ich mich setze. Sie macht mich schlichtweg verrückt, heute, in der Pilatesstunde hab ich sie verflucht, bei jeder Bauchmuskelübung. Ich bin so schwach.
Ich hab keine Kraft, fühle mich müde und benommen. 
Kein Wunder, bei dem wenigen Essen, das ich zu mir nehme heute war es: 1 Salat (Gurke, Tomate, Blattsalat & Pilze) unmengen an Tee und Götterspeise ohne alles und Kaugummi - ich komm einfahc nicht los, ich blöder Suchti.
 Und die vier Tage vorher sah es genauso aus. Eigentlich sieht es immer so aus, wird nur ca. einmal die Woche durch einen Fressanfall unterbrochen. Langsam fühle ich mich wie das übelste Steh-Auf Männchen.

Ich renne und renne irgendwo hin. Ziellos. Auf die 40 Kg zu...?
 Die Fressanfälle sind meine Stolpersteine. Ich fall hin, rappel mich sofort wieder auf. Aua. weh hats getan, weinend renne ich weiter. Geh bei jedem mal ein Stückchen mehr kaputt. Bekomm immer mehr blaue Flecken.  Alle wollen mir helfen, mich trösten, wollen mir die Hand reichen, aber ich renne einfach blind weiter, stoße sie alle davon. Was für ein parcour!

Und trotzdem habe ich das Gefühl ich gehe auf, habe nicht das Gefühl weit untergewichtig zu sein. Habe das Gefühl immer fetter zu werden, jeden tag ein STückchen mehr. Ich sehe nicht weit untergewichtig aus! So einfach ist das.
ich brauche meine Waage. Ich spüre, dass ich sie brauche!
Warum habe ich nur diese dumme Abmachung gemacht ich dürfte mich nur einmal die Woche wiegen? Ich bin so ein Trottel. Und teilweise triggert es mich auch.
Ich hungere, damit ich, wenn ich alle zwei Wochen bei meiner Ärztin bin, diesen kurzen Moment auf der Waage genießen kann. Dieser Moment bestimmt die nächsten zwei Wochen für mich.
Krank.Einfach nur krank.
Warum bin ich so? Ich war viel glücklicher vor meiner Esstörung. Dick, aber immerhin glücklich. Natürlich habe ich mich oft im Spiegel betrachtet und mich verflucht, aber hey, das tue ich immernoch. Nur bin ich nicht mehr fett...


Morgen kocht meine Klasse gemeinsam. ich will nicht. Ich weine alleine bei dem Gedanken daran schon fast.
Eine ganze Flasche Öl wollen sie verbrauchen, 36 Hühnerschenkel, keines der 3 gerichte soll ohne fett sein. Ich habe so Angst, ich werde nicht zur Schule gehen. werde mich zu Hause verkriechen.
Was soll ich sagen? Die Wahrheit? Dann schickt meine Mutter mich erstrecht hin.
Ich habe mich in der Nacht übergeben? Ab zum Arzt.
Kopfschmerzen? Geh erstmal zur Schule, dann sehen wir weiter.
Durchfall? Ab zum Arzt.
Und spätestens, wenn meine Mutter die Rechnung über das Essen bekommt, das Essen, dass ich nicht gegessen habe, aber das trotzdem durch 20 geteilt wird, wird sie wissen das ich gelogen habe.
Mist. jetzt weine ich doch.

Samstag, 26. Mai 2012

Zu satt

Ich hab es so satt.
Hab es so satt hungrig zu sein und nichts essen zu können.
Hab es so satt Fressanfälle zu bekomen, die ich ausgleichen muss.
Hab es so satt in den Spiegel zu sehen und statt der dünnen Person, die ich bin (die ich wegen meines Gewichtes sein MUSS) eine Tonne zu sehen.
Hab es so satt um jedes Essen mit meiner Familie kämpfen zu müssen.
Habe es so satt mich häaslich zu fühlen, mich nicht akzeptirern zu können, zu wissen, dass ich mit jedem Tag hungern meinen Körper weiter in den Abgrund treibe.
Hab diese Angst vor zunahme so satt.
Habe all diese blicke so satt.
Habe diese Zwänge so satt.
Aber was soll ich denn machen?

Meine Familie ist verzweifelt. Ich will nichts essen.
 Ich habe gestern ein halbes Stück Kuchen gegessen, sage ich.
Kuchen, der nach nichts schmeckte. Nur nach kalorien und fett.
Gestern ist gestern, heute ist heute! bestimmt meine Mutter.
Wenn du wüsstest, was ich gestern noch alles in mich reingestopft habe...
Ich will jetzt nichts essen. Ich habe ehrlich keinen Hunger! Zum Mittag? Ich mach mir einen Salat.

Meine Mutter macht dieses tägliche Szenario fertig, sie macht mich fertig. Sie versucht mich zum essen zu überreden, zu zwingen, sie droht, sie bettelt. Ich habe oft von Mädchen gehört, die es genießen, aber mir tut es nur unendlich leid. Ich will das nicht, aber sie versteht einfach nichts. Es geht nicht nur um essen, oder nicht-essen, um 43 Kilo oder 42, es gibt Blockaden in meinem Kopf, die ich nicht lösen kann - nicht alleine.
Aber sie versteht es nicht. Wie soll sie auch?

Die Situation spitzt sich zu. Meine Eltern werden es sich nicht mehr lange ansehen. Sie halten nicht länger still. Sie wollen Fortschritte. Veränderungen. Es wird gefährlich für mich...

Ich war heute mit meinem Vater spazieren. Ich dachte es würde ein ruhiger, entspannter Tag werden, aber er schafft es immer wieder aus unverfänglichen Themen eine unangenehme Situation zu zaubern.
Ein Beispiel: Wir stehen an einem Ameisenhügel. Es ist so heiß, so schön wie es mich wärmt, ich genieße es, strecke mein Gesicht in die Sonne und schließe die Augen.
Wo wir vorher gewöhnt haben wurden die immer umzäunt. Du würdest auch gerne wieder zurück, oder?
Ich denke über die Frage nach. Ein Moment. Gleich antworte ich.
Wärst du dort auch auf diesem Magertrip gefahren?

Wham !

Da wars wieder. So ein beiläufig eingeworfener Kommentar, der mich einfach nur auf die Palme bringt. Wieso kann ich nichts mehr mit meinem Vater unternehmen, ohne dass er seine Sprüche klopft? So bringt mir das alles kein Spaß. Wir reden normal, und plötzlich sagt er irgendwas. Über mein Gewicht, über mein Essen, meinen Körperbau. Es nervt!  

 (Aber seien wir ehrlich, ich bin selbst Schuld.)
Doch dann gibt es wieder so Momente wie vorhin. Nachher läuft der Eurovision Contest, wir haben über die Deutschen Performer geredet, darunter auch Guildo. Den mag mein Vater besonders gerne.
Plötzlich höre ich von unten Musik aus dem Wohnzimmer. "Danke" von Guildo.
Mein Vater hat die Boxen voll aufgedreht und ganz alleine tanzt er durchs Wohnzimmer, in der Sonne.
Diesen Anblick werd ich niemals vergessen. Er wirkte so gelöst und fei. So glücklich.
Und plötzlich hab ich es satt.
Ich hab es so satt ihn unglücklich zu machen! 

Freitag, 25. Mai 2012

zu wenig

Ich habe es nicht geschafft. Schon wieder nicht. 
Schon der erste Tag meines Essensplans bestand aus Selbstbetrug und kaloriensparen. Dann ein Fressanfall. Fasten. Ausgleichen. Hungern.
Ich habe es aufgegeben. Es ist einfach zuviel. Sobald ich etwas esse bekomme ich diesen Drang zu kotzen und das ist noch schlimmer.
Leider hab ich auch keine Waage mehr. Die behütet meine Mutter noch.
 Keine Waage. Keine Kontrolle.
Keine Ahnung welcher Schock mich heute bei meiner Ärztin erwartet.
43.3 - mit Kleidung.
Die Ärztin hat meine Mutter zum Gespräch geholt. Es rauschte nur so an mir vorbei.
Gewicht stabilisieren...Zwänge...Organschäden möglich...stationäre Therapie...Strudel aus Abnehmen und Hungern...Kontrolle...Essstörung...Zu dünn...Bmi 15.6...zu wenig...zu wenig...zu wenig....
Jetzt sitze ich hier zu Hause und grüble warum es so wenig Gewicht ist. Nach drei Fressanfällen...?
Wie kann das sein?
Ich grüble, ob ich mir ein Brot machen soll. Aber mein Kopf wehrt sich. Es geht nicht. Ich weiß, dass es nicht weniger werden darf, aber ich habe Angst mir ein Brot zu machen, weil ich Angst hab, dass es nicht genug sein wird, dass ich wieder fresse. Weil ich Angst hab, dass es zu viel ist und ich dick werde.
Ich hasse es. Ich hasse diese Blockade.
Meine Bluttests kommen am Dienstag. Mal sehen was die sagen. Bis dahin muss ich wohl über die Runden kommen...
Hanna

Freitag, 18. Mai 2012

180°

Gedankenwende. Stopp! So kanns nicht weitergehen.

Ich will gesund werden.
Ich will keinen Idealen mehr hinterherjagen.
Ich will nicht mehr hungern müssen um mich zu mögen.
Ich will nicht krank sein.

Auf einmal hat es Klick gemacht und es war auf einmal alles so logisch, so klar. Ich will nicht krank sein. Irgendwann muss ich ohnehin gesund werden. Warum nicht jetzt?

Ich hab ihr ALLES erzählt
Das wars, meine Mutter weiß jetzt alles. weiß alles über mein gewicht, übers kotzen, über meine Gedanken, was ich esse, was ich nicht esse. Es war das beste so.
Jetzt sind alle Wege nach hinten abgeschnitten. Nach dem Essen auf Klo verschanzen? Ist nicht mehr. Geht nicht mehr. Ich werde es auch meinen Brüdern sagen. Sie sollen auf mich aufpassen. Sie sollen mir keine Chance lassen mich selbst zu beschummeln. Ich darf nicht nachgeben. Diesmal darf ich nicht schwach werden.
Meiner Gesundheit zu Liebe.

Untergewichtige haben eine niedrigere Lebenserwartung.
Wofür hungere ich? Um schön zu sein? Mein leben lang am Minimum Leben? Um einem Ideal hinterherzujagen, das gar nicht existiert? Wie sieht denn bitte eine perfekte Ana aus?

Sitzt den ganzen Tag gerade, etwas zu leicht angezogen, mit wippenden Füßen
- für zusätzlichen kalorienverbrauch-
vor ihrem Rechner und bastelt an ihrer Pro Ana Seite.
Nippt an Diätdrinks und freut sich über Magenknurren.
Isst immer genau die Hälfte ihres Essens von kleinen, blauen Tellern...?
Und das soll perfekt sein? 
Das soll glücklich machen?

So will ich nicht mehr sein, so will ich nicht enden. Ich will LEBEN! Gesund erden, bevor es zu spät ist, bevor ich noch tiefer drinstecke, bevor ich alles schädige was mir noch bleibt, bevor meine Haare und Zähne ausfallen, meine Organe versagen, ich umkippe unfruchtbar werde mein Herz schädige und so weiter. Das Leben bietet mehr als Size Zero (oder Cola Zero)
Ich habe es jetzt begriffen und ich will diesen gedanken nicht mehr loslassen.
Kein mensch wird durch gesunde, ausgewogene Ernährung Fett .
Ich werde nicht dadurch, dass ich mehr esse plötzlich aufgehen wie ein Muffin.
Ich werde nicht dadurch, dass ich mir Nährstoffe zuführe dick.
ich werde nicht wieder aussehen wie früher.
Ich. Werde.Gesund.

Das ist das schwerste für mich. Meinen Körper zu akzeptieren, diesen Gedanken, diese Sorgen um meine Figur loszulassen und mich so zu akzeptieren wie ich bin. 
ich werde nicht fett werden, nicht so wie damals, darauf pas ich auf. Ich werde mir lediglich meine weiblichkeit zurückholen. 
Meine Mutter hütet jetzt meine Waage. Sie hütet jetzt alle Waage. Einmal die Woche darf ich sie besteigen. Einmal die Woche darf ich mich kontrollieren und an den restlichen Tagen halte ich meinen plan ein.
Ich fange bei 1500 (+/- 100) kcal an.
Eine Steigerung um also...1300 kcal. Ich hoffe ich schaffe es. 
Mein Tagesplan soll erstmal so aussehen:
Morgens: 7:30
2 Scheiben Toast + Quarkaufstrich oder 40 gr. haferflocken mit milch, oder 1 joghurt + 1 toast, oder jede andere variante, die ca. 300 kcal hat.

Schule:(8-16:00)
1 salat + 1 teil obst+ 1 brot od. 2 scheiben toast mit gemüse drauf (und vllt quark) (ca 400 kcal)

zuhause(16:00): Eine Portion Mittag für 400 kcal, abmachung ist, dass ich alles probieren muss, mir aber auch salat machen darf

abendbrot (18-19:00) (ca. 300 kcal) 1 Brot und Obst, oder reiswaffeln, oder salat mit fisch, hauptsache 300 kcal :))

Ich weiß, es ist nicht das Non Plus Ultra, aber ich arbeite dran und werde mal sehen  wie sich alles entwickelt.
Zuversicht heißt die Zukunft.

P.S Anregungen zum Plan sind mehr als erwünscht! ^^







Donnerstag, 17. Mai 2012

Gestöbert


Es geht mal wieder ein völlig ergebnisloser Tag zu Ende. Und was macht eine Hanna, wenn sie nichts zutun hat? Sie stöbert in alten Fotos!Richtig!
Ich hab mich mal entschieden all die unnötigen Fotoalben auf meinem PC zu sortieren und zu ordnen und bin dabei auf erstaunliche und erschreckende Bilder gestoßen, die ich hier einfach mal teilen will und die meine Essstörung teilweise dokumentieren.

Also, obwohl gleich Germanys next Topmodel beginnt, werde ich jetzt einfach mal chronologisch ein paar Bilder reinstellen, die meine Abnahme zeigen.

 Ich war schon immer ein dickes Kind, aber, dass ich so dick war, hab ich nie gewusst (und es hat mir auch keiner gesagt) Das Non-plus-ultra erreichte ich in der siebten Klasse, mit einem Gewicht von ca. 73 Kg auf eine eher geringe Körpergröße (genau weiß ich sie aber auch nicht...)

 Ich weiß und es tut mir Leid, das sind Bilder die einfach keiner sehen will (am allerwenigsten ich...)


2009/10-73 Kg

 Es folgte eine Zeit voller Selbstzweifel, Unzufriedeheit, aber Gleichzeitig Unlust etwas zu verändern. Mir war schon immer klar, dass ich anders sein wollte, anders aussehene wollte, anders ANGESEHEN werden wollte.
Ein bisschen mehr wie die Schönen aus den Zeitschriften und aus dem Fernsehen und ein bischen weniger wie Miss Piggy (ein weiterer Tiefpunkt, als in eben diesem Jahr der Junge in den ich verliebt war auf mein nagelneues 'little Miss Princess' Shirt deutete und fragte: Was steht da? Little Miss Piggy? Danke Jonas, du bist ein Arsch.)

Ende 2010/Anfang 2011 - auf den Bildern ca. 67 Kg






Der Sommer sollte Veränderungen bringen, der Sommer 2011, der Sommer in dem ich endlich schlank werden sollte. Die Sommerferien sollte wie für mich geschaffen sein. Verändert hatte ich mich körperich nicht wirklich. Ich weiß noch genau, wie ich mich über die 65 auf der Waage wie Hund freute. 65! Unvorstellbar, so wenig wie nie!

 Oben seht ihr vier Bilder aus den Sommerferien.
Als ich nach drei Wochen Frankreich wieder kam, komplett euphorsch, drei Wochen mit Joggen und bewusster Ernährung, schmetterten auf den Boden der tatsachen zurück. 64 Kg. 1 verdammtes Kilo in drei Wochen. Ich war am Ende!Mehr Sport sollte die Lösung sein... und es blieben schließlich noch drei Wochen zur Veränderungen...


Keine Ahnung, ob ihr die Veränderung seht, aber ich wog auf dem Bild stolze 58 Kg. Im september. Ich war so glücklich. Täglich 300 Kalorien und Eine Stunde Radfahren.
Damals war ich schon bei einer Beratungsstelle, meine Eltern reagieren immer ziemlich rechtzeitig...







Die Bilder stammen ebenfalls aus dem September. Ich weiß nicht genau wie viel ich da wog, ich hab es nie dokumentiert, ich schätze mein Gewicht auf 54 Kg. Vielleicht auch 53.
Das erste mal in meinem Leben begann ich mich zu mögen.Wirklich zu mögen. 
Doch ich hatte nur ein Ziel: Die magische 50.


...die ich schließlich auch erreichte. Es war die schlimmste Zeit meines Lebens, Müdigkeit, Schlappheit, Antriebslosigkeit. Ich nahm mehr und mehr ab, bis ich 46 Kg wog. Aus dieser zeit habe ich keine Bilder, ich hatte nie das Bedürfnis meinen, wie ich damals fand, zu dünnen Körper zu fotografieren. Ich beschloss zuzunehmen. Ein Fehler.
März/April 2011. 50 Kg. Nicht genug. Nicht zufrieden. nicht dünn.  
März/April 2011, 50 Kg
Keiner hatte mir gesagt, dass es so schnell gehen würde. Ich geriet in diese Spirale, Fressen, schlechtes gewissen, Kotzen, abendliches Weinen, aus Angst vor Zunahme, Tagsüber Fressen, versuchen den mittelwert zu finden, die Portionen, die mir reichten um glücklich und satt zu sein, um zuzunehmen, um mein Gewicht zu halten...um abzunehmen. Im Januar wog ich wieder 53 Kg.
Ich beschloss die Notbremse zu ziehen.
...und - wieder einmal-abzunehmen.





Womit wir schon fast wieder in der Gegenwart wären. Einen kleinen Zwischenstopp hab ich noch bei 48 Kg.
Ende April oder so, ich weiß es nicht genau.

Wie viel ich jetzt wiege wisst ihr. Weniger auf jeden Fall. Die rote Hose ist zu groß, aber ich gefalle mir noch immer nicht. 
Schon seit Wochen versuche ich bei einer Ernärungsberaterin einen Termin zu bekommen, aber irgendwei stecke ich in dieser Sackgasse fest. Gesund werden wollen? Ja. Dick werden? Nein.
Wie findest du siehst du im Spiegel aus, Hanna?
Dick?


Ja. Zu dick. Immernoch.

Mittwoch, 16. Mai 2012

Die kriegen dich da schon wieder hin...

Die Klassenreise ist vorbei. Sie war anstrengend.
Zunächst hatte ich sie als Möglichkeit in Betracht gezogen ein normales Essverhalten abzuschauen, aber ich musste diesen plan schon bei der gemeinsamen Zugfahrt verwerfen...was die da alles in sich reinschaufeln!
Ich dacht ich werd nicht mehr!
das war eindeutig zu viel, und so hab ich mich für Variante (b) die:

 Diätbasis-für-Otto-Normalverbraucher-Refeed-für-Hanna-1400-Kalorien-variante 

und ich würde mir dafür am liebsten ins Bein schießen. Bah. So viele kalorien, so viel Essen!
Ich hab rein Spaßeshalber einmal die Kalorienaufnahme einer Freundin zusammengerechnet, die landete am Ende bei lockeren 4000 Kalorien (+/- die ein oder andere Tafel Schokolade, die ich nicht mitbekommen habe).
Und sie nimmt nicht zu!
Fairerweise muss man sagen, dass wir am Tag ca. 30 Km Fahrrad gefahren sind und auch ansonsten rege unterwegs waren.
Ich hab viel zu Hause vermisst.
Vorallem meine Waage.
44.4. Ja. Durchaus akzeptabel. Den Speck an meinen Beinen kümmert diese Zahl zwar nicht, aber ich kann ganz gut damit leben.
Dachte ich.
Der gestrige Tag hat mir anderes bewiesen. Monatelang hab ich durchgehalten, gehungert, abgenommen und dann DAS!
Der Fressanfall des Jahrhunderts. Ich kann nicht behaupten, dass ich ihn nicht genossen hab. Croissants, Chinanudeln, Sandwiches...hmmm...5000 Kalorien
Aber das ist es echt nicht wert.
Ich habe mich gezwungen alles drinzubehalten. Nicht zu kotzen. Selbst schuld!
Das Ende vom Lied waren Magenkrämpfe. Ich lag mit meiner Mutter zusammen auf dem Sofa und wir haben 'Vincent will Meer' gesehen. Schöner Film eigentlich. Vorallem die Darstellung der Magersüchtigen hat mir gefallen.
Es geht um einen Mann mit Tourette, der von seinem Vater dem gestressten Businessmann in eine Klinik abgeschoben wird. Vincent versucht zusammen mit einer Magersüchtigen und einem Zwangsneurotiker nach Italien ans Meer zu flüchten.

Der Film ist witzig und es war schön einfach nur mit meiner Mutter dort zu liegen und zu entspannen. Aber weil ich mit meinem Rücken an ihren Knien lag, hat sie nicht gesehen, dass ich weinen musste.
Bei diesesm Satz, wo der Vater seinen Sohn in die Klinik fährt und zu ihm sagt:
"Die kriegen dich da schon wieder hin."
Das tat mir so weh!
Weil ich das Gefühl habe, dass meine Eltern es genauso versuchen wollen.
Dass sie denken eine Klinik würde mich schon wieder hinkriegen. Wie ein kaputtes Auto, dass man in die Werkstatt gibt, weil man es noch irgendwie durch den TÜV kriegen will. Das wird schon irgendwie wieder hingekriegt.
 Ich kann nicht selbst, also macht es ein anderer und wenn wirs wiederhaben ist es heil, so wie wir es haben wollen.
Aber so klappt das nicht. WAS wollt ich wieder hinkriegen, geht das überhaupt? Ich fahre ernsthaft in die Stadt um mich mit Dingen vollzustopfen, die ich liebe und gleichzeitig hasse, die ich abhungern werde, abtrainieren mit Sport, weil der gedanke von 500 gramm mehr auf meinem Bauch mich anwiedert. Ich fresse so lange, bis ich zu nichts anderem mehr fähig bin, als mit einem riesigen, aufgeblähten Bauch, rücklings auf dem Sofa zu liegen und mich berieseln zu lassen.
Da ist nichts mehr hinzukriegen.
Manchmal ist es eben doch Zeit den Oldtimer einfach wegzuschmeißen, weil sich Mühe, Kosten und Nutzen einfach nicht mehr die Waage halten. Vielleicht will das Auto einfach nicht mehr fahren und man muss schauen, ob es nicht einfacher ist einfach mal die Bahn zu nehmen, oder mit dem Fahrrad zufrieden zu sein.
"Die kriegen das da schon wieder hin".
Das klingt echt so wie der letzte Strohhalm, an den der Vater sich klammert, wiel ihm keine andere Lösung mehr einfällt.
Wenn meine Eltern jetzt schon nach dem letzten Halm greifen, was würden sie dann tun, wenn sie die ganze Wahrheit wüssten? Über Abführmittel, Kotzen, Diätpläne...
Was wenn das sowieso schon verwrackte, alte, geliebte Auto plötzlich auch noch einen Marderschaden hat?
Also ich würds nicht behalten.

Freitag, 11. Mai 2012

Wtf.

Ich bin gerade hn und her gerissen, zwischen dem Gedanken.
Die Waage zeigte heute Morgen auf unerklärliche Weise: 43.7.
Ich kann es mir nicht erklären. einerseits freue ich mich, andererseits gehts gleich zur Ärztin. Mal sehen was die sagt.
Ist es zeit die Bremse zu ziehen?
Hanna

Donnerstag, 10. Mai 2012

Müde

Tag der großen Gefühle, bin leider zu müde um ausführlich zu schreiben:
- Freundinnen von der Esstörung erzählen [x]
-Tiefstgewicht erreicht, 44,7 Kg [x]
-Für die Klassenfahrt nach Rügen gepackt [x]
 Jedes Mal das gleiche Problem: Was nehm ich mit? Keine Ahnung, ob es noch Menschen wie mich gibt, jedes Mal vergesse ich irgendwas Kapitales, was mich am Ende stört. Das ladekabel, die Nachtsachen, die Zahnbürste, mein Bikini, vergessen mich zu rasieren...all sowas.
Außerdem stellt die Klassenfahrt mich vor ein neues Problem: Was soll ich essen, WIE soll ich essen? Werde versuchen mir morgen Gedanken zu machen, denn da habe ich auch einen Arzttermin. Blutwerte testen etc. Ich hoffe ich überleb es.
Hanna

Mittwoch, 9. Mai 2012

Zwiespalt

Alles ist mistig im Moment. Meine Familie sorgt sich, ich weiß nicht was ich tun soll. Jeder der an dieser krankheit leidet, weiß womit ich kämpfe, und jeder Andere kann es zumindest nachvollziehen. Es ist dieser Zwiespalt, dieses: Was will ich wirklich?

Ich will meine Eltern glücklich machen.
Dann iss was, komm, sei normal.
Aber wenn ich esse, dann werde ich zunehmen, und das will ich nicht.
Morgen würde ich es bereuen.
Oder ich würde es sofort wieder auskotzen. Ist dieses schlechte Gefühl es mir echt wert?
Ich will schön sein.
Schön bist du, wenn du dünn bist.
Knochen sind nicht schön.

Dick sein ist auch nicht schön, stell dir vor, du nimmst jetzt zu und gefälltst dir nicht mehr.
dann musst du wieder abnehmen. Da warst du doch schonmal.

Aber ein normales Gewicht würde meine Eltern glücklich machen.
Außerdem schauen sie es sich nicht mehr lange einfach so an. Sie werden dich in eine Klinik stecken.
Das hast du dann davon.
Überspann den Bogen nicht, zeig, dass du es kannst, dass du es willst!

Sein wir ehrlich, das wirst du niemals halten. Du wirst so oder so wieder unzufrieden sein.

Was willst du wirklich?

Willst du gesund sein, dein Gewicht akzeptieren und versuchen normal zu sein.
Mit einem gesunden Gewicht glücklich werden?

Willst du dünn blieben, sogar noch dünner werden.
Für die Chance, irgendwann einmal glücklich zu sein?
Willst du dich glücklich machen?
Oder die Anderen?

Schaffst du es schaffen?
Ich glaube nicht.



Ich war gestern bei meiner Therapeutin. Zum ersten Mal war ich wirklich ehrlich zu ihr und habe ihr alles erzählt. Wirklich alles - nur den Teil des Kotzens habe ich ausgelassen - und sie war besorgt. Aber zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass der Termin mir etwas gebracht hat. er hat mir nicht beantwortet, ob ich gesund werden und den Kampf aufnehmen will, oder nicht, aber er hat mich erleichtert und ich hatte das Gefühl dass mir jemand zuhört.
Sie wollte, dass ich einen Termin bei meiner Ärztin mache, als ich heute dort ankam war niemand da. Mittwoch ist Ruhetag. Ich gehe jetzt am Freitag hin.
Freitag, wie mir siedend heiß einfällt, der Tag an dem ich auf Klassenreise fahre. Zuerst hatte ich Angst, vor den Reaktionen, vor dem Essen, was essen, wie essen, kann ich kotzen WILL ich kotzen, was tun, verstecken, dazu stehen, aahhhhh.
Aber jetzt habe ich mich für das BEste entschieden. Ich mache einfach reinen Tisch, über die Essstörung. ich werde es einfach erzählen. Ist sowieso egal. Meine Freunde könnens wissen. Morgen sag ich es ihnen und hoffe sie nehmen es gefasst auf. Ich habe Angst vor ihren Reaktionen, dass sie versuchen mich zum Essen zu bringen, mich zu überreden, habe Angst, dass sie es schaffen.
Aber andererseits ist es eine Chance, eine Chance endlich zu sehen wie das Funktioniert. ich schaue mir an, was die Anderen essen, normale Portionen für jemanden wie mich.
Vielleicht ist es meine letzte Chance, denn nachdem ich heute wieder nichts essen wollte und danach noch eine Radtour gemacht habe (die Sonne war so verlockend), waren schon wieder Internetseiten von Kliniken in dem Internetverlauf. Das macht mir noch mehr Angst. Ich will nicht zum Essen gezwungen werden, will nicht zunehmen, will kéine Hilfe....*tief einatme*
Erstmal zum Termin mit der Ärztin, sehen was die sagt, abwarten, Tee trinken - ungesüßt - und hoffen, dass sich alles zum Guten wendet.
Bitte lieber Gott, mach dass sich alles zum Guten wendet.


Montag, 7. Mai 2012

Zu schwach.

Es wird eben doch nichts leichter.
Habe eben im Bett gelegen, als mein Vater reinkam. Den gesamte Tag hab ich schon Stille bewahrt, meine Eltern tunlichst ignoriert und ihnen mit allem was ich getan habe gezeigt:

 "So das habt ihr davon , wenn ihr mich in eine Klinik stecken wollt."

Er hat sich zu mir gesetzt und mich in den Arm genommen und mir gesagt,dass er sich Sorgen um mich macht, dass er sich Sorgen um meine Gesundheit macht und Sorgen darum, dass ich vor seinen Augen verhungere. Ich bin doch sein kleines Mädchen, hat er gesagt. Er ist stolz auf mich, hat er gesagt. Er hat mich lieb. Hat er gesagt - zum ersten Mal seit ich mich erinnern kann. Und das macht mich traurig.
Ich hab ihn das erste Mal weinen sehen, wirklich weinen. Mein großer, starker Papi weint, weil ich es nicht schaffe gesund zu werden.
Und ich weine auch gerade. Weil ich so egoistisch bin.
Wenn ich schon nicht für mich gesund werde, warum versuch ich es dann nicht für ihn?
Ich hab Kopfschmerzen und ich wette durch die Tränenüberflutung bekommt mein Notebook einen Wasserschaden.
Ich bin es nicht wert so eine Familie zu ahben, eine Familie die sich so um mich sorgt und so lieb hat. Ich bin all die Mühe nicht wert und schäme mich für mich selbst.
Ich schäme mich, weil ich Ihnen all die Sorgen antue, weil ich immer so gereizt bin und weil sie etwas Besseres als mich verdient haben.
Ich wünschte ich könnte für die gesund werden. Könnte jetzt zum Abendbrot gehen und mit Genuss ein brot essen, aber es geht nicht! Ich schaff es nicht! Morgen würde ich es bereuen.
Ich hasse diese Krankheit.
Ich hasse meine Schwäche, die es mir nicht erlaubt sie loszulassen.
Und ich hasse mich selbst im Moment am allermeisten.

Hanna

Sonntag, 6. Mai 2012

"Mein Körper wehrt sich gegen Nahrung"

"Mein Körper wehrt sich gegen Nahrung"
Diesen Satz hab ich vorhin in einem Blog gelesen und fand es interessant. Immer wenn ich das Gefühl habe etwas essen zu müssen und es dennoch nicht tue, dann denke ich das Gleiche, immer wenn ich etwas gegessen habe und es wieder auskotze ebenso. Oder wenn alles einfach so durchrutscht, ob nun mit oder ohne Abführmittel. 
Aber je mehr ich darüber nachdenke, desto unsinniger erscheint es mir.
Es ist nicht mein Körper, der sich gegen die Nahrung wehrt, sondern mein Kopf. Mein verdammter Kopf, der mir befiehlt mich über die Kloschüssel zu hängen und alles loszuwerden, mein verdammter Kopf, der mir ein schlechtes Gewissen bereitet und mein verdammter Kopf der es schlichtweg gar nicht erst zulässt, dass ich etwas esse.
Ich glaube mein Körper hätte nichts gegen einen Schokoriegel, vorausgesetzt er würde einen bekommen. Ich höre ihn ja sogar danach schreien. Er grummelt und knurrt und will unbedingt etwas haben. Wie komme ich dazu zu behaupten er würde sich dagegen wehren...?
Mein Körper würde sich über all die Fette und Kohlehydrate sicher königlich freuen. Er würde sie alle nacheinander in seine widerlichen Einzelteile zerlegen, würde sich feiern, wenn er die 200 Kalorien herauspressen und all die Chemischen Substanzen, Geschmacksverstärker und die Zahnzersetzenden Dinge verwerten und sorgfältig abspeichern könnte. 
Ein Stückchen auf die Hüften, ein Stückchen in die Falte über der Hose, ein Stückchen ans Kinn. So gefällt mir das Mädchen gleich viel besser!
Aber ich glaube wenn er merkt, dass da nun wirklich gar nichts mehr zu verwerten ist, dann würde er nach mehr schreien denn - so sehr sich mein Körper über Essen freut - so gierig ist er. 
Sobald er merkt, dass ich schwach werde will er mehr...und mehr...und mehr...
Und alles endet wie immer. Weil mein Kopf dann doch der Stärkere ist und bleibt.
Ein ebenfalls sehr beliebter Satz ist: " Du hast gar keine Lust etwas zu essen...!" 
Immer,wenn ich die Treppe heruntergehe, mein Körper es geschafft hat meinen Kopf auszutricksen, dann meldet sich da wieder diese Stimme. Du hast keine Lust jetzt etwas zu essen. 
Und mein Körper, der dumm und schwerfällig und plump ist, glaubt es meinem Kopf.
Ja?, fragt er dann ,meinst du?
Und mein Kopf kann nur nicken. Jaja, aber sicher. Was sind das für Geräusche. Dieses...Knurren? Ist das Schwäche? Du weißt, dass ich schlauer bin, warum versuchst du es immer wieder. Du hast keine Lust etwas zu essen. Sieh es ein. Das ist Langeweile. 
Und mein Körper weiß, dass mein Kopf recht hat, weil er immer recht hat, gibt er nach. 
Das Knurren ist kein Hilfeschrei. Es ist Schwäche...na das hätte er sich aber auch selbst denken können. Gut dass er einen Kopf zur Hilfe hat, der ihm vorschreibt was zutun ist.
Und so geht mein Körper in die Küche, vorbei an all den Dingen, die ihn so glücklich machen und macht sich einen Tee. Maximal 8 Kalorien, kein Fett und...du hast keine Lust etwas zu essen...ungesüßt.


Wie lange mein Körper wohl noch stillhält? Wann fängt er wohl endlich zu protestieren an?
Er ist nicht wirklich zufrieden..das merke ich schön. Ich merke es ja, an den ausgefallenen Haaren, an Müdigkeit und Schwindel . Aber mein Kopf ist ganz gut darin Sachen zu verdrängen. Zu vergessen. Auszublenden.
Wie lange wohl noch?

Hanna

...

Tiefstgewicht erreicht: 45.4

Hanna

Samstag, 5. Mai 2012

"Iss was-sonst geben wir dich weg."

Der tag begann Klasse, richtig Klasse, ich fühlte mich großartig und nichtmal diese miese kleine 45.8 konnte mir den Start in den Tag versauen.
Also gings ab zum Frühstück. Habt ihr diesen Satz gelesen?
Also gings ab zum Frühstück. 
So normal es klingt,  für mich ist es keineswegs normal. Aber ich hab mich richtig drauf gefreut und mir ein Yummy Reiswaffel Frühstück mit Quark gezaubert.
 Ich hab wie ein normales Mädchen mir Essen gemacht auf das ich mich gefreut habe. ich hab mir gedacht: 
"Das isst du jetzt!" Und ich hab mich gefreut es zu essen.
Kein bisschen schlechtes Gewissen. Ich hab es gegessen und habe danach aufgehört, habe mich nicht überfressen, habe nicht gekotzt. Ich bin so stolz auf mich und könnte die Welt umarmen.
Danach bin ich in die Stadt gefahren um- nicht ganz so normal- das Mittagessen zu vermeiden. ich saß ein paar Stunden bei Starbucks, habe im Internet gesurft, die Seite aktualisiert und bin danach shoppen gegangen.
Es hat sich gelohnt, bin jetzt der stolze Besitzer eines Kurzarm Shirts von Tally Weijl (oder wie dieser grausam pinke Laden auch immer heißt) in - aufgepasst - größe XXS. 
Ich wusste bisher gar nicht, dass es diese Größe überhaupt gibt, aber anscheinend lernt man jeden tag doch noch etwas dazu. 
Ab 16:00 ist der Stress vorbei, die Anspannung sinkt, denn nach 16:00 ess ich niemals etwas. Wenn ich diese magische Grenze übverschritten habe, hab ich automatisch einen Tag gewonnen. 
Ich weiß nicht wieso, aber wenn ich mich über die magische Zeit  gerettet habe, hab ich gar keinen Hunger mehr oder denke mir schlichtweg: "Du hast es soweit gebracht, willst du den tag echt noch versauen?"
Und nein, das will ich nicht.
Eigentlich ist es erbärmlich so eine Grenze zu haben, es widerspricht dem, was ich oben beschrieben habe: Normalität. Es ist ganz und gar nicht normal was ich tue, wie ich bin, was ich esse und was ich sein will. Abnormal.
Eigentlich hab ich nichts von dem geschafft, was ich schaffen wollte, außer meine Kaugummi Sucht durch Kaufen von einem Haufen Vorratspacks an kaugummis zu befriedigen, aber Bio Lernen? Fehlanzeige.
Als ich nach Hause kam erwartete mich mein Vater. Besorgt. So ein Mist.
"hanna, du musst mal wieder etwas essen."
"Ja."
"Nein, nicht JA tu es."
WAS?! Was soll ich denn noch tun, soll ich mich vor deinen Augen an einen Tisch setzen, mir ein Nutellabrot schmieren und genüsslich essen? Dich anlächeln und so tun als sei es SCHÖN? So tun, als würde das alles gut machen? Was denkst du denn? Dass ich nur esse, wenn du neben mir sitzt? Dass ich gleich verhungere? Dass ich Klinik dünn bin? Es gibt so viele Mädchen, die dünner sind als ich! Welche Klinik würde so ein fettes Mädchen wie mich schon annehmen?! Keine!
 Und was WEIßt du denn schon? Wie es mir geht? Was ich fühle? Was ich durchmache? Wie schwer für mich täglich dieser kampf ist? Kalorien, keine kalorien, essen, kotzen, gesund werden, dünn werden, schön sein, dick sein, ich sein, WAS sein? Gar nichts weißt du! Also hör auf so leicht zu sagen ICH SOLLE ETWAS ESSEN?!
"Ja."
"Ich mein es Ernst, du hast eine Grenze erreicht, wenn du noch dünner wirst, dann muss ich dich weggeben."

"..."

Wer würde mich schon nehmen?
Wer will MICH schon haben?
...
Morgen gibt es Nudeln. Na dann... 
Bon Appetit
 Hanna

Freitag, 4. Mai 2012

Am Ende

ich habe lange nicht mehr geschrieben. Keine Motivation, keine Krat keine Zeit.
Es ist viel passiert, oder vielleicht auch nicht. Ich esse, ich esse nicht, ich kann nicht schlafen aber wach sein macht mich depressiv.
ich kann mich selbst nicht ertragen und ertrage andere nur schwer. Vielleicht bin ich auch einfach nur schwer zu ertragen. Es bringt mich um in den Spiegel gucken zu müssen.
 45.7. 
Diese Zahl stand heute morgen auf der Waage und ich hasse mich dafür, dass es mir nicht endlich reicht. ich hasse es zu denken: 44 Kg wäre besser, zu denken, dass ich es schaffe und dann trotzdem so tage wie heute zu erleben. Eine fettige ortion Nudeln mit Lachs SAHNE Soße. Ein essen für das ich vor einigen Monaten gestorben wäre. Naja, heute wäre ich auch am liebsten deswegen gestorben...aber aus völlig anderen gründen. Ich hab Kopfschmerzen, Magenkrämpfe von den Abführmitteln und das gefühl zu wenig Sport gemacht zu haben. Wie viel Kalorien hatten diese Nudeln? 600 vielleicht?
Was für eine Scheiße.
Warum kann ich mich nicht einfach einmal zusammenreißen?
Warum schaff ich es nicht einfach?
Die Ferien sind bald zuende. Dann fängt die Schule wieder an. Noch eine Belastung. Am liebsten würde ich mich ins Bett legen und schlafen. zwei Monate lang. Das sollte reichen um die fehlenden Kilos zu verlieren. Irgendwann würde meine familie in mein Zimmer gucken und würde denken: Wo ist denn das Mädchen? Sie würden suchen und irgendwann würden sie mich finden. Sie hätten mich zwischen den Metallstäben meines bettes übersehen. Zu dünn um aufzufallen. Ist es das was ich mir wünsche? ich weiß es nicht. ich will dünn sein, endlich dünn. Aber es klappt nicht.
Wie kann ich mich Magersüchtig nennen und trotzdem so fett sein?
Hanna

Was stört am Blog?