Ballast

Start: 73 - 60 , 59 , 58 , 57 , 56 , 55 , 54 , 53 , 52 , 51 , 50 , 49 , 48 , 47 , 46 , 45 , 44 , 43 , 42, 41 ,(40) , 39 , 38,37,36, 35 - 1,66 cm

Montag, 27. Februar 2012

Der zu schmale Grat.

Es geht mir nicht gut.
Ich fühle mich zerrissen und dumm. Ich stehe vor dem Spiegel, sehe mich an und denke, nein ich SEHE wie fett ich geworden bin, wie ich mir alld ie Kilos, die ich so mühsam verloren wider gewonnen habe.
Dann sitze ich am Tisch, oder im Kino, in der Schule oder bei Freunden. Ich sehe meine Beine im Spiegel und finde mich schön. Wirklich schön. Ich spüre den Hunger und beginne zu essen. Nehme mir Mittagessen, kaufe mir Popcorn, ein Essen in der Schulmensa, oder genieße Kekse mit meiner Freundin. Ich esse und esse und esse. Ich liebe das Gefühl.
Du willst doch gesund werden, oder Hanna? Die Sucht hat dich nicht im Grif! DICH nicht.
Es ist das Gefühl gewonnen zu haben, mir selbst eins auszuwischen und normal zu sein.
Ich habe Angst aufzuhören, weil ich weiß, dass es dann losgeht.
Die Schuldgefühle. Die Angst zuzunehmen. Ich habe das Gefühl nichts wert zu sein und ich gehe zum Klo und beginne zu kotzen.
Ich weiß nicht, warum ich es immer wieder tue, ein Film, den ich immer wieder ablaufen lasse und aus dem ich nie etwas lerne. Tausendmal gelesen. Der Grat zwischen Magersucht und Bulimie ist schmal. Aber nie realisiert.
Ich habe mich danach nie besser gefühlt. Nur noch viel widerlicher. Es ist so scheinheilig tagsüber rumzulaufen, zu lachen und deine schlanken Beine in engen Hosen zur Schau zu tragen. Unerreichbar und unverletzlich. Doch sobald mich niemand sieht hänge ich über dem Klo. Absolut erniedrigt und armselig.
Alle sehen mich an. Meine Therapeutin, meine Familie. Sie sagen mir wie gut ich aussehe, sie freuen sich über alles was ich esse und loben mich. Sie sagen wie schön es sei und dass ich die Sucht schon fat über wunden habe. Doch ich habe das Gefühl ich stecke immer tiefer in der Scheiße. gar nichts habe ich überwunden und nur weil die Zahlen auf der Waage nach oben zeigen, bedeutet das nichts.
Gerade sie alle sollten das wissen, doch sie tun es nicht.
Hanna

Samstag, 18. Februar 2012

Der Kampf

Stundenlange eigne Zwänge,
abends dann die stille Qual
treibt mich lautlos in die Enge,
doch mein Kopf lässt keine Wahl.
Sehe traurig auf die Zahlen,
leide abends still im Bett,
nicht umsonst sind meine Qualen,
Wahrheit ist: ich bin zu fett.
heute nur noch muss ich siegen,
morgen bin ich dann am Zug,
morgen schon, da werd ich fliegen.
Nichts alls dummer Selbstbetrug.
Rund um mich: Betroffnes Schweigen.
Keiner wünscht sich schuldverziehrt!
Doch chon morgen wird sich zeigen
wer den stummen Kampf verliert.
hanna

Sonntag, 12. Februar 2012

Ich könnte kotzen!

Ich könnte kotzen und egal wie makaber es klingt, es stimmt in jeder Hinsicht.
Es kommt mir vor wie ein ewiger Spagat zwischen normalität und Essstörung. Das ewige Hin und Her zwischen normalem Essen und heimlichen Kotzen.
Meine Therapie habe ich abgebrochen, sie hat ohnehin nichts gebracht, im nachhinein weiß ich: Ich hab sie nur wegen meiner Eltern gemacht. Meine Eltern, die jeden meiner Bissen zu verfolgen scheinen. Egal wie sehr ich mich bemühe gesund zu werden, es interessiert sie nicht!
Ich habe in wenigen Wochen extrem zugenommen, und wenn ich normal esse und später beteuere wie satt ich bin höre ich nur ein: "Du hast doch gar nichts gegessen!"
Meine Mutter Frühstückt jeden Morgen einen Joghurt, mittags eine Apfelsine und abends ebenso, aber um sie sorgt sich keiner und dieses ewige nicht-verstanden-werden kotzt mich an!
Langsam weiß ich nicht mehr für wen ich eigentlich gesund werden will...
Alles wofür ich mich bemühe habe ich nur für meine Eltern gemacht, nur damit sie mich wieder nsehen, als sei ich ein richtiger Mensch und nicht der Kranke Pflegefall, der besser in einer Klinik aufgehoben wäre, als zu Hause.
Ich will mir nicht mehr von meiner Mutter anhören müssen wie sehr ich mich verändert habe, will meinen Vater nicht mehr weinen sehen, weil er sein kleines Mädchen sterben sieht, ich will nicht mehr, dass alle mich ansehen und denken sie wüssten genau was bei mir abgeht. Das kranke Mädchen, das zu schwach ist um normal abzunehmen. All diese wissenden Blicke...es kotzt mich so an.
Ich hasse es, wie sie mir verstohlen ihre Schokoriegel zuschieben, weil man meine Rippen sieht...das hat mich wieder fett gemacht.
Es kotzt mich an, wie meine Mutter mir Sport verbietet, es kotzt mich an, wenn sie versucht mich zu bevormunden und manchmal würde ich am liebsten sterben.
Ich will dass alle wissen, was sie an mir hatten, dass sie merken wer ich war und was ihnen nun fehlt.Dass alle mich lieben wie ich bin.
Ich will einfach nur einmal in den Arm genommen werden.
Ich will, dass sie sich wünschen, sie hätten mich einfach nur in den Arm genommen und mir gesagt wie sehr sie mich lieben.
hanna

Mittwoch, 8. Februar 2012

Etwas muss sich ändern...

Die Tüte raschelt, als sie sie aufreißt. Sie greift mit der einen Hand hinein, während sie die Seiten des Fotoalbums umblättert. Ein Kartoffelchip landet auf der aufgeschlagenen Seite, mit einem genervten Grummeln wischt sie ihn herunter und erstarrt.
Was ist das?
Ihr blickt ein rundes Gesicht mit Schweinsäuglein entgegen, ihren speckigen Arm um die Schultern ihrer zwarten, schlanken Freundin gelegt, die von dem massigen Körper an den äußersten Rand des Fotos gedrückt wird.
Die Person lächelt, aber dem Betrachter wird bei genauerem Blick auf ihren Bauchumfang beinahe schlecht.
Die Hand mit den Kartoffelchips erstarrt. Das kann doch nicht wirklich sie sein?! Und doch. Sie weiß es. Sie ist es. Ein Blick auf die Kalorienanzahl der Chips bestätigt ihre Vermutungen. EIne hohe dreistellige Zahl, nur weiß sie nicht, was sie bedeutet. Heute Abend wird sie sich an den Computer setzen und es herausfinden, denn sie weiß genau: Es muss sich etwas ändern.


Ein halbes Jahr ist vergangen, viel ist geschehen. Sie hat sich auf 45 Kg heruntergehungert, ist in einer Therapie gelandet und kämpft mit dem, was ihr die letzten Monate geraubt hat: Anorexia Nervosa.
Am Ende nimmt sie nur noch knapp 60 Kalorien zu sich, fühlt sich schlapp und traurig,ihre Freunde machen sich Sorgen, die Blicke von Bekannten folgen ihr, was ist nur aus unserem Mädchen geworden. Sie beginnt wieder zu essen.


Es ist ein ständiges auf und ab, ein ständiges essen und Nicht-essen, Schuldgefühle, erbrechen, alles gehört dazu. Sie hat genug, schaut in den Spiegel und spürt wieder diese Verzweiflung: 52 Kg. So viel zugenommen. Alles, wofür sie so hart gekämpft hat innerhalb kürzester Zeit wieder angefressen und schon wieder weiß sie, dass es so nicht weitergehen kann.
Als sie sich dieses Mal an den Computer setzt weiß sie nicht genau wonach sie sucht. Sie surft auf Pro-Ana Seiten, versucht sich bei Foren zu bewerben und sieht dann sie: Nora. Sie hat ähnliche Hobbys und wohnt auch in der gleichen Gegend. Ob sie jemals das Wort Abnehmtwin gehört hat? Sicherlich.
hanna

Was stört am Blog?